Rallye Bad Schmiedeberg

Tannert souverän vor vielen Zuschauern

Julius Tannert dominiert im Skoda Fabia Rally2 evo die ADMV-Rallye Kurstadt Bad Schmiedeberg. Philip Geipel und Dark Liebehenschel komplettieren das Podium der Rallye 70, die mehrere Premieren feiert: R5-Boliden, Saisonstart auf Schotter – und Zuschauer.

Denn zum ersten Mal seit dem Corona-Lockdown dürfen wieder Zuschauer an die Strecke. Der Veranstalter MSC Bad Schmiedeberg verzichtet zwar auf Plakatwerbung und Festzelt-Disco und registriert die Kontaktdaten; doch die gewohnt erstklassige Ausschilderung zu den ebenso erstklassigen Zuschauerzonen, die Live-Reportage am Start, am Ziel und am Zuschauer-Rundkurs samt Histo-Programm können die Fans auch in diesem Jahr genießen – samt Gratis-Gesichtsmaske!

Premiere für Rally2-Autos

Die erste Startmöglichkeit für Rally2-Autos bei einer Rallye 70 nutzen Julius Tannert und Philip Geipel, beide mit Skoda Fabia. Julius Tannert und Jan Enderle zeigen schon beim Auftakt im Reinharzer Wald ihr Können und ihren Siegeswillen. Auf 10 WP-Kilometern mit 75% Schotter fahren sie um 15 Sekunden schneller als Philip Geipel und Katrin Brugger.

Tannert setzt fünf von sechs Bestzeiten und holt beim dritten Start in einem R5 den ersten Gesamtsieg seiner Karriere. Die 10-Sekunden-Strafe an einer der Schikannen auf dem Asphalt-Rundkurs fiel kaum ins Gewicht, mit fast eineinhalb Minuten Rückstand fährt Geipel als Zweiter durchs Ziel vor dem Schmiedeberger Kurhaus.

Ebenso souverän wie Tannert trumpft Dark Liebehenschel im „normalen Feld“ auf. Im Mitsubishi Evo 7 und mit der neunfachen Schmiedeberg-Siegerin Kerstin Munkwitz, die kurzfristig als Ersatz-Copilotin eingesprungen ist, setzt er sich sofort an die Spitze der Gruppe F und fährt einen klaren Sieg in der Allrad-Kategorie des Schotter-Cups heraus, obwohl die letzten Kilometer wegen einer defekten Hinterachse zur Zitterpartie werden.

Marc Bach und André Seelisch im Evo 9 können das Tempo von Liebehenschel annähernd mithalten, verschenken jedoch den vierten Platz durch eine abgeräumte Schikane. Auf Rang 6 landen Raphael Ramonat und Steffen Schmidt im Evo 8, die zwar den Asphalt-Rundkurs als schnellster Mitsubishi umrunden, doch auf den Wald- und Feldwegen rund um den Gollmer Berg beide Male viel Zeit einbüßen. Zwei Plätze dahinter fahren Andreas Rink und Claudia Kreuzer im Subaru Impreza in die Top 10. Die Mitsubishi-Piloten Ken Milde, Lazar Kan und Rolf Petersen scheiden mit technischen Defekten aus.

Wiesner erneut weit vorn

Bei den Hecktrieblern zeigen Jeffrey Wiesner und Marcel Eichenauer eine überragende Leistung. Mit dem rund 230 PS starken Volvo 940 fahren sie vom Start weg mitten zwischen den turbobefeuerten Allradlern herum. Sie zeigen Ramonat die Rücklichter und nutzen Bachs Schikanen-Fehler, um die Rallye als Gesamtvierte zu beenden. Ihr Vorsprung auf die nächstbesten Hecktriebler – Frank Zischkale im BMW 318is und Patrick Rodewald im Volvo 242 – beträgt über vier Minuten, der Vorsprung auf den stark fahrenden Junior-Sieger Jan Schneider, der mit Sascha Wöll im Allrad-BMW 325 auf Platz 2 in der Klasse NC2 fährt, über drei Minuten.

Eine Woche nach dem starken Asphalt-Auftritt bei der Cimbern-Rallye zeigen Bernd Knüpfer und Daniel Herzig auch im Schmiedeberger Schotter, dass sie in der 2-Liter-Klasse zurzeit kaum zu schlagen sind. Trotz eines Reifenschadens zur Mitte der WP 4 jagen sie den Opel Astra OPC so vehement über die Pisten, dass Gesamtrang 7 herausspringt.

Thomas und Melanie Schultz büßen im Renault Clio eine Minute auf Knüpfer ein und erreichen Platz 2 in der mit 24 Fahrzeugen besetzten 2-Liter-Klasse. Dritte werden Silvio März und Benny Derda im VW Golf III, nachdem Rigo Sonntag und Peter Messerschmidt (Honda Civic) auf der letzten Prüfung einen Reifenschaden erleiden.

Heldt gewinnt NC4

Jan Horlbeck und Enrico Lenk bringen ihren Ford Fiesta R2 auf Rang 13 ins Ziel. Nur zwei Sekunden langsamer sind Johannes Heldt und Heiko Schmidt, die im VW Polo die 1600-cm³-Klasse NC4 mit einer Minute Vorsprung auf ihre Markenkollegen Uwe Joachim und Aaron Jungnickel gewinnen. Auf dem dritten Klassenrang rollen Fabian Schulze und Jean Ihlefeldt im Suzuki Swift durch den Zielbogen. Die kleinste Klasse NC5 sieht Lukas Heinze und Clara Bettge im Nissan Micra überlegen in Front, der frühere Trabant-Champion Mario Keller wird mit Felix Wolf im 601 Zweiter.

Die Gruppe G ist schwach besetzt. Klassensiegerpokale gewinnen Kevin Linke und Norbert Thamm (Audi S4), Patrick Buys und Ronny Hayn (Seat Ibiza) sowie Sören Nicolaus und Marcel Gruber (VW Golf II). In den Markenpokalen heißen die Sieger Jan Heß und Benjamin Krug (318is), Andreas Leue und Yasmine Fritzsche (Volvo) sowie Uwe von Fritschen und Andreas Baumann (Lada). Vor dem R70-Feld tragen 13 Histo-Teams ihre Gleichmäßigkeitsprüfung aus, die Frank und Heike Schneider im Opel Ascona knapp vor Jörg und Silke Wild im VW Golf gewinnen.

Im HD-Schotter-Cup führen die drei Kategoriensieger Bernd Knüpfer, Dark Liebehenschel und Jeffrey Wiesner die Tabelle an. Diese Reihenfolge gilt auch für den neuen DMSB Schotter Rallye Cup. In der ADMV-Rallye-Meisterschaft ist Marc Bach neuer Spitzenreiter vor den Polo-Piloten Uwe Joachim und Hannes Heldt.

Lob für Veranstalter

59 der 86 gestarteten Fahrzeuge erreichen das Ziel, ein spektakulärer Unfall geht glimpflich aus. Das komplett umgestaltete Rallyezentrum im kleinen Dorf Meuro mit weiträumigen Wiesenflächen besteht seine Feuerprobe – auch dank optimalen Wetters - ebenso wie zahlreiche Abläufe, die wegen Corona geändert oder neu erfunden werden mussten. Rallyeleiter Remo Palm und seine Mitstreiter ernten viel Lob für die saubere Organisation und noch mehr Dank für die mutige Entscheidung, die Rallye überhaupt und dann auch noch mit Zuschauern durchzuführen.

Ergebnis 15. ADMV-Rallye Bad Schmiedeberg 
1.Julius Tannert / Jan EnderleSkoda Fabia Rally2RC233:56,7
2.Philip Geipel / Katrin BruggerSkoda Fabia R5RC2+1:24,7
3.Dark Liebehenschel / Kerstin MunkwitzMitsubishi Evo 7NC1+2:29,8
4.Jeffrey Wiesner / Marcel EichenauerVolvo 940-16VNC2+3:16,9
5.Marc Bach / André SeelischMitsubishi EvoNC1+3:27,3
6.Raphael Ramonat / Steffen SchmidtMitsubishi Evo 8NC1+3:42,6
7.Bernd Knüpfer / Daniel HerzigOpel Astra G OPCNC3+5:22,1
8.Andreas Rink / Claudia KreuzerSubaru Impreza GTNC1+6:18,2
9.Thomas Schultz / Melanie SchultzRenault Clio IIINC3+6:26,6
10.Jan Schneider / Sascha WöllBMW 325ix E30NC2+6:30,6
Stand HD-Schotter-Cup: 1. Knüpfer 659, 2. Liebehenschel 652, 3. Wiesner 643, 4. Rodewald 638, 5. Schultz 630, 6. Bach 612, 7. Heldt 611, 8. März 604, 9. Ramonat 572, 10. Sonntag 563

Stand ADMV-Rallye-Pokal: 1. Bach 1533, 2. Joachim 1441, 3. Heldt 1381, 4. Heinze 1358, 5. Wiesner 1328, 6. Schulze 1301, 7. Brunke 1197, 8. Horlbeck, 1150, 9. Sonntag 1023, 10. Eichhorst 92
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