ADMV-RM & Schotter-Cup

Schotter-Hattrick für Dark Liebehenschel

Schotter, Spannung und Höllentempo prägen die 21. ADMV-Rallye Kurstadt Bad Schmiedeberg. Die Favoriten liefern sich einen offenen Schlagabtausch mit wechselnder Führung. Am Ende hat Dark Liebehenschel die Nase vorn vor Dennis Rostek und Stig Andervang.

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1. September 2026

Alfred Gorny

Schotter-Hattrick für Dark Liebehenschel

Jahr für Jahr sorgt der MSC Bad Schmiedeberg für Erstaunen, was ein „Dorfverein“ auf die Beine stellen kann: Festzelt mit moderierter Fahrervorstellung am Freitag und Siegerehrung und Rallye-Party am Samstag. Die „Festwiese“ als zentrale Zuschauerzone, an der gleich zwei WP-Strecken entlang führen. Show-Start und Show-Ziel im Kurpark von Bad Schmiedeberg. Perfekte Ausschilderung sowohl auf den Prüfungen wie auch zu den Zuschauerzonen. Umsetzung der zusätzlichen Brandschutzauflagen wegen der Trockenheit. 61 WP-Kilometer mit 85% Schotter, davon die Hälfte auf Waldwegen.

Rallyeleiter Remo Palm: „Nach 20 Jahren sind wir natürlich mit Behörden, Feuerwehren und Motorsportvereinen gut vernetzt. Mein besonderer Dank gilt den Landwirten, die uns nicht nur bei der Herrichtung des Wege unterstützen, sondern in diesem Jahr wieder durch die Bewässerung der Pisten mächtig geholfen haben.“

Offener Schlagabtausch der Fabia-Crews

Alle 79 Fahrzeuge, die für die Rallye 70 genannt haben, erscheinen im Dorf Meuro bei Bad Schmiedeberg, darunter neun Rally2- und R5-Autos. Aus dem Schotter-Cup sind es der Schwede Stig Andervang (Hyundai i20N), Dark Liebehenschel und der Tscheche David Tomek (Skoda Fabia Rally2), Herbert Lösch und Thomas Lorenz (Skoda Fabia R5) sowie der Finne Petri Reinikainen (Ford Fiesta R5). Als Gäste treten DRM-Fahrer Dennis Rostek (Skoda Fabia RS), der Finne Saku Vierimaa (Hyundai i20) und der vorerst unbekannte Tscheche Radek Sčensny an.

Diese Truppe sorgt sofort für knisternde Spannung. Die erste Prüfung beginnt am Wasserschloss Reinharz und führt über 8,4 km durch den Meuroer Wald. Dark Liebehenschel und Linus Noll knallen die erste Bestzeit auf die Piste, doch Dennis Rostek und Alex Hirsch sowie David Tomek und Roman Švec sind nur um 4 Zehntel langsamer. Auch Stig Andervang und Steffi Fritzensmeier sowie Herbert Lösch und Lara Quast sind mit 3 und 4 Sekunden Rückstand in Schlagdistanz.

Als zweite Prüfung steht der Klassiker rund um den Gollmer Berg, kurzer Rundkurs und langer Auslauf über insgesamt 13 km, auf dem Programm. Hier schockt Rostek die Konkurrenz, als er dem zweitschnellsten Tomek über 6 Sekunden einschenkt. Liebehenschel und Andervang büßen 9, Lösch 10 Sekunden ein. Auch auf WP 3 ist Rostek wieder schneller als Liebehenschel, um 1,7 Sekunden vergrößert er den Abstand. Die Bestzeit setzt aber David Tomek– mit einem Schnitt von 119 km/h.

Zur Halbzeit führt Rostek mit ledig neun Zehntel Vorsprung auf Tomek. Liebehenschel liegt 10 Sekunden zurück, Andervang 14 und Lösch 15. Auch die Vorjahreszweiten Thomas Lorenz und Marc Schwegler sind stark unterwegs und liegen 30 Sekunden zurück auf Rang 6 vor dem Finnen Rasmus Tuominen, der im Mitsubishi Evo 9 die Klasse NC1 anführt vor Mark Schindler (Subaru) und Raphael Ramonat (Mitsubishi Evo 10).

Dark Liebehenschels Aufholjagd

In der zweiten Schleife sind die Schotter- und Naturwege nicht so glatt wie beim Besichtigen, an einigen Stellen gibt es spürbare Längsrillen. Auf WP 4 zwischen Reinharz und Meuro brauchen die Top-Teams  3 bis 8 Sekunden länger als zuvor. Nur Dark Liebehenschel explodiert förmlich, fährt 2 Sekunden schneller als beim ersten Mal und knapp 8 Sekunden schneller als Lorenz – mit der zweitbesten Zeit – und macht seinen Rückstand auf Rostek bis auf 3 Zehntel wett.

Am Gollmer Berg setzt sich Liebehenschel an die Spitze, wobei Stig Andervang hier die Bestzeit vor ihm setzt, während Tomek nach einer Schrecksekunde im Staub das Tempo drosselt und auf Platz 4 zurückfällt. Der letzte 9-km-Sprint ändert an der Reihenfolge nichts mehr; allerdings setzt Herbert Lösch ein Ausrufzeichen, als er mit dem „alten“ Fabia R5 die Bestzeit erzielt. Dass sich fünf verschiedene Fahrer in die Bestzeitenliste eintragen, zeigt den außergewöhnlich heftigen Kampf in der Spitzengruppe. 

Dark Liebehenschel und Linus Noll feiern rund um Bad Schmiedeberg den dritten Schotter-Cup-Triumph in Folge. Dennis Rostek kann als Zweiter auf einen gelungenen Test für die Lausitz-Rallye blicken und gewinnt zudem die Pokale der Stadt Bad Schmiedeberg für die beste Rundkurs-Zeit. Stig Andervang und Steffi Fritzensmeier steigen als Dritte aufs Podium vor Tomek, Lösch (Sieger Klasse NC 0) und Lorenz. Alle neun Boliden erreichen das Ziel: der 70-jährige Vierimaa auf Platz 8, Radek Sčensny – betreut vom früheren Europameister Jan Černy – auf Platz 10 und Petri Reinikainen beim elften Schmiedeberg-Start auf Platz 12 

Pusch siegt bei den 2WD-Autos

Der mit Spannung erwartete Dreikampf bei den Rally4-Fahrzeugen beginnt mit einem Paukenschlag. Nach 6 km fliegt Fabian Schulze, Vierter im Schotter-Cup und aktuell Dritter im Mitropa-Cup, zu optimistisch über eine Kuppe, landet auf der Nase und fällt mit leckgeschlagenem Ölkühler aus. Das Duell zwischen DRM2-Spitzenreiter Patrick Pusch und dem 2024er-Meister Tom Kässer endet mit 4:2 Klassenbestzeiten zugunsten von Pusch, der am Gollmer Berg zweimal deutlich schneller ist.

Lokalmatador Pusch und sein Co Tilman Bößert (Opel Corsa) gewinnen mit 33 Sekunden Vorsprung auf Tom Kässer und Fabian Peter (Peugeot 208) sowie 83 Sekunden auf Uwe Joachim und Stephan Schneeweiß (Opel Corsa), die den Pokal für den besten Fronttriebler der eingeschriebenen Schotter-Cup-Crews gewinnen.

Weil die Mitfavoriten in ihren BMW mit Reifenschäden zurückfallen oder wie Ronny Broda ganz ausfallen, ist auch die Klasse NC3 fest den Händen der Fronttriebler. Yannik Keller und Marcel Eichenauer fahren souverän zum Klassensieg, André Henze im Renault Clio III und Torsten Brunke im Golf 3 stehen daneben auf dem Podium.

Einen klaren Sieg erlebt auch die Klasse NC4, denn Pierre Günther und Dominic Gräbner gewinnen im Honda Civic mit eineinhalb Minuten Vorsprung vor den beiden Mitsubishi Colt von Thomas Grimm / Alexander Meyer und Hubertus Schulze / Andrea Rohrlack. In der kleinsten Klasse NC5 – mit 9 Startern – siegen Alexander und Cornelia Klemm im Cinquecento mit fast zwei Minuten Vorsprung auf Mario Keller und Max Decker, die den Trabant-Pokal gewinnen und die Führung ADMV-Trabant-Cup ausbauen. 

Fliegende Finnen in der Dübener Heide

Bei den seriennahen Turbo-Allradlern der Klasse NC1 ist der 25-jährige Finne Rasmus Tuominen eine Klasse für sich. Mit seinem Co Joona Rönkkö (Evo 9)fährt er einen Vorsprung von 81 Sekunden auf Raphael Ramonat und Karina Derda (Evo 10) heraus, die Platz 2 nach dem Ausfall von Mark Schindler und Stefan Pfister (Subaru) erreichen. Platz 3 ist hart umkämpft: Rudi und Simone Weileder (Evo 8)ziehen auf der letzten Prüfung noch am Subaru von Markus Roch und Raphael Eckel vorbei. Klasse NC2 sieht die beiden Audi 90 Quattro von Max Irmer / Mike Schütte und Sven Schumann Torsten Hopfer vorn.

Als Dritte erkämpfen sich Hagen Fritsch und Cornell Schulze nicht nur den Volvo-Pokal, sondern den Pokal für den besten Hecktriebler – nach einem BMW-Debakel. Auch in der Gruppe G siegt ein Allrad-Turbo, allerdings sind André Raupach und Clara Wildgrube (Toyota Yaris) in der Klasse NC6 allein. In der Klasse NC8/9 fahren Alois Scheidhammer und August Regner im Astra Turbodiesel um 14 Sekunden schneller als Norbert Meyer und Sebastian Ebel im Volvo 940.

Das Ziel erreichen 55 der 79 gestarteten Crews, eine Ausfallquote von 30%, genau die gleiche Quote wie bei der Asphalt-Rallye Oberehe vor einer Woche. Und obwohl drei Ausritte für Löcher im Feld sorgen, steigt die Siegerehrung im Festzelt pünktlich.

Ergebnis 21. ADMV Rallye Bad Schmiedeberg 2026

Pl.Fahrer / BeifahrerFahrzeugKl.Zeit / Abstand
1.Dark Liebehenschel / Linus NollSkoda Fabia Rally2RC235:21,2
2.Dennis Rostek / Alexander HirschSkoda Fabia RS Rally2RC2+9,9
3.Stig Andervang / Steffi FritzensmeierHyundai i20 N Rally2RC2+16,8
4.Herbert Lösch / Lara QuastSkoda Fabia R5NC0+31,5
5.David Tomek / Roman ŠvecSkoda Fabia Rally2RC2+46,2
6.Thomas Lorenz / Marc SchweglerSkoda Fabia R5NC0+57,3
7.Rasmus Tuominen / Joona RönkköMitsubishi Evo 9NC1+2:02,7
8.Saku Vierimaa / Duncan McNivenHyundai i20 R5RC2+2:22,7
9.Raphael Ramonat / Karina DerdaMitsubishi Evo 10NC1+3:24,4
10.Radek Sčensny / Jan HloušekSkoda Fabia R5RC2+3:40,1
11.Patrick Pusch / Tilman BölsertOpel Corsa Rally4RC4+3:40,8
12.Petri Reinikainen / Timo HalliaFord Fiesta R5RC2+4:05,3
13.Tom Kässer / Fabian PeterPeugeot 208 Rally4RC4+4:13,8
14.Rudi Weileder / Simone WeilederMitsubishi Evo 8NC1+4:21,0
15.Markus Roch / Raphael EckelSubaru Impreza N12NC1+4:24,2

Schotter-Cup: Liebehenschel vor Keller

Die Schotter-Cup-Spitze bleibt unverändert. Dark Liebehenschel und Yannik Keller holen sich volle Punkte und liefern sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dahinter führt Rudi Weileder das Verfolgerfeld an vor den beiden Gruppe-G-Piloten Norbert Meyer und Andre Raupach, zwischen die sich Torsten Brunke im Golf geschoben hat. Auf Rang 9 liegt Rasmus Tuominen, beim Auftakt in Wittenberg ausgefallen, der wohl als einziger Fahrer Liebehenschel und Keller überflügeln kann – wenn er bei den drei restlichen Läufen die Klasse NC1 so souverän beherrscht wie diesmal. Yannik Keller führt die U25-Wertung überlegen an, bei den „Einsteigern“ bleibt Max Becker trotz Ausfalls in der letzten WP vorn. 

Zwischenstand: 1. Liebehenschel 1665, 2. Keller 1636, 3. Weileder 1485, 4. Meyer 1472, 5. Brunke 1382, 6. Raupach 1340, 7. Andervang 1290, 8. Irmer 1245, 9. Tuominen 1244, 10. Joachim 1222. Junioren: 1. Keller, 2. Hayn, 3. Wagner. Einsteiger: 1.Becker

ADMV-Meisterschaften

Torsten Brunke und Normen Standke verteidigen die Führung in der ADMV-Meisterschaft. Die Verfolger Raphael Ramonat und Yannik Keller weisen allerdings ein Resultat weniger aus, haben also gute Chancen, bei Havelland- und Lausitz-Rallye noch am Golf-Team vorbeizuziehen. In der Pokal-Wertung führen die Gruppe-G-Fahrer Norbert Meyer und Andre Raupach, während Titelverteidiger Pierre Günther mit einem Streicher aussichtsreich auf Platz 3 vorgerückt ist.

Bei den Junioren führt Yannik Keller (24) überlegen. Moritz Wagner (22) hat beim sechsten Lauf zum sechsten Mal gepunktet und bleibt Zweiter vor Ian Hayn (17), der beim Heimspiel ausrutscht, und Paul Knüpfer (21), der sich in seinem ersten Jahr als Fahrer auf die DRM konzentriert! Der Routinier Norbert Meyer muss sich im Gruppe-G-Volvo 940 zwar hinter Scheidhammer mit Platz 2 begnügen, führt aber außer dem Pokal auch die Regionalmeisterschaften von Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg an, jeweils vor Max Irmer und Andre Raupach. In der Sächsischen Meisterschaft liefern sich Pierre Günther und Yannik Keller ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Meisterschaft: 1. Brunke 3023, 2. Ramonat 2850, 3. Keller 2785, 4. Wagner 2559, 5. Günther 2498, 6. Meyer 2493, 7. Roch 2445, 8. Raupach 2260

Pokal: 1. Meyer, 2. Raupach, 3. Günther, 4. Brunke, 5. Keller. U25: 1. Keller, 2. Wagner, 3. Hayn, 4. Knüpfer

Dramatik bei der Histo-Rallye

Vor dem Rallye-70-Feld starten zwölf Crews zur 11. Histo-Rallye. Die amtierenden ADMV-Histo-Cup-Meister Patrick Querner und Sebastian Geisler übernehmen von Beginn an das Kommando. Doch auf der Gollmer-Berg-WP müssen sie – direkt an der Festwiese vor Hunderten Zuschauern – stoppen, der linke Vorderreifen ist platt.

Der Radwechsel zieht sich hin, als der Cinquecento im losen Sand vom Wagenheber fällt. Als das neue Rad nach rund fünf Minuten Stillstand endlich fixiert ist, startet die Crew eine wilde Hatz über die restlichen 7 km – und schafft die Sollzeit auf die letzte Sekunde. Damit sichern sie den Histo-Sieg vor Roy Kunz und Daniel Haumann (Opel Kadett) sowie Thomas Spöhrer und Michael Senf (Trabant 601). Im AHRC bleiben Rolf und Monique Glöckner-Goldmann, diesmal auf Rang 4, an der Spitze vor Querner, Rudolf und Spöhrer.

Nächste Läufe: Rallye Grünhain am 12. September (ADMV-RM) und Holsten-Rallye am 26. September (Schotter-Cup)

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