ADMV-Rallye

Bach-Sieg bei Fontane-Rallye

Bei herrlichem Frühlingswetter gewinnen Marc Bach und André Seelisch die Fontane-Rallye nach dem Ausfall von Ken Milde in überlegener Manier. Jetzt beginnt für den Rallyesport eine Corona-Virus-Zwangspause von unbestimmter Länge.

Der um sechs Wochen vorgezogene Termin war beim Veranstalter Ruppiner RSG alles andere als willkommen: Verkürzte Vorbereitungszeit, das gewohnte Rallyezentrum nicht verfügbar, Sorge um Wetter und Starterzahlen. Was keiner ahnen konnte: Der ungeliebte Termin lässt die 21. ADAC-Fontane-Rallye gerade noch vor dem Corona-Fallbeil durchschlüpfen, der Hangar 312 (früher Garage für die russischen MIG-Kampfjets) erweist sich als stimmungsvollen und funktionierendes Rallyezentrum, die Teilnehmer kommen und das Wetter hätte nicht besser sein können. Nach Sturm und Regen an den Vortagen läuft die „Fontane“ am Samstag zwischen grünen Wiesen und blauem Himmel, die Sonne scheint von früh bis spät und lockt viele Fans an die Zuschauerzonen in Werder, Storbeck und Neuruppin.

Nach vier Absagen starten mittags 56 Teams zur Rallye 35, die zum ADMV-Rallye-Pokal, dem Rallye-Cup-Nord, dem Volvo-Original-Cup und den Regionalmeisterschaften von ADAC und ADMV zählt. Die Prüfungen werden von 2019 übernommen und sind durch den ständigen Belagwechsel mit 13 km Landstraße, 7 km Asphaltwegen, 11 km Plattenwegen und 4 km Schotter reizvoll. Die ersten Drei von 2019 – Ken Milde, Mario Czok und Marc Bach – führen mit ihrem Evos das Feld an. Doch die Turbo-Allradler der Klasse NC1 erleben im Ruppiner Land ein Waterloo. Mario Czok sowie die Subaru von Mark Schindler und Frank Reimann überstehen die WP 1 ebenso wenig wie zwei Voraus-Evo.

Ken Milde und sein Co Aaron Jungnickel gewinnen im CTC-Evo 8 die ersten vier Wertungsprüfungen knapp vor Marc Bach und André Seelisch im Gruppe-F-Evo 9. Dann verabschiedet sich der vierte Gang krachend, der Weg ist frei für Marc Bach und André Seelisch, die den ersten Gesamtsieg ihrer Karriere feiern können – mit sattem Vorsprung von mehr als einer Minute.

Dahinter kämpfen fünf Teams im Sekundenabstand um die Podestplätze. Timo Pöhls und Vanessa Dagge wuchten den schweren, aber auch kräftigen Gruppe-G-Subaru mit viel Herz und ohne jeden Fehler über die Wege und können über den zweiten Gesamtrang jubeln. Ihre Holsteiner Landsleute und Markenkollegen Ulf Semmelhaack und Peter Kroll werden – nach „versemmelter“ WP 1 – mit starkem Endspurt noch Fünfte. Dazwischen kämpfen die beiden schnellsten 2-Liter-Teams um Platz 3. Ralf und Jörg Schlerfer haben von Beginn an die Nase ihres Honda Civic R vorn, doch Stephan Dammaschke und seine Copilotin Winny Helm drehen ab der zweiten Schleife immer stärker auf und überholen mit ihrem Renault Clio Ragnotti auf der letzten Prüfung noch die Schlerfer-Brüder um winzige drei Zehntelsekunden. Jan Horlbeck und Enrico Lenk, im letzten Jahr Fünfte, lassen auch diesmal den Ford Fiesta R2 nach Herzenslust über die Wege fliegen und landen auf Rang 6, lediglich sechs Sekunden hinter den Zweiten.

Loof vs. Wiesner

Dahinter erleben die Fans ein packendes Duell der beiden Cup-Adam mit ADAC-Youngster Nick Loof und Volvo-Ass Jeffrey Wiesner am Steuer. Wiesner übernimmt zwar zum Auftakt die Führung, doch dann fährt der 18-jährige Westfale Loof sechsmal schneller und holt sich den Klassensieg und Gesamtrang 7. Bemerkenswert: Die Ansage in den Adam kommt von den Brüdern Nico und Marcel Eichenauer. Loof und Wiesner lassen sogar Stephanie Zorn und Thomas Puls im 100 PS stärkeren Citroen DS3 hinter sich, die zu Beginn noch deutliche Eingewöhnungsschwierigkeiten mit den neuen Auto zeigen.

Andreas Schramm und Maik Bruder komplettieren im 155 PS starken VW Polo die Top 10 und setzen sich in der starken 1600-cm³-Klasse gegen Uwe Joachim und Yasmine Fritzsche (Polo), Fabian Schulze und Jean Ihlefeldt (Suzuki) sowie Hannes Heldt und Heiko Schmidt (Polo) durch.. Mike Schütte und Max Irmer beenden die Jungfernfahrt im 3-Liter-Compact-BMW mit einem Klassensieg, genau wie John Semmelhaack und Martin Schütte den ersten Einsatz im Audi S3 in der Gruppe-G-Klasse NC7. Bei den „Kleinen“ siegen Florian Pitzk und Karina Derda im Suzuki Swift 1300 in der Gruppe F sowie Sören Nicolaus und Ronny Hayn im 90-PS-Golf II in der Gruppe G. Geburtstagskind Sören Nicolaus darf auf dem Siegerpodest eine Torte im Form eines weiß-grünen Golf in Empfang nehmen!

Hauchdünne Volvo-Duelle

Sieben Volvo kämpfen in Neuruppin verbissen um den Tagessieg beim VOC-Auftakt. Ein Rückstand von 4,5 Sekunden reicht für Andreas und Markus Leue (940) nur zum dritten Rang hinter den oberbayerischen Routiniers Stefan Erndl und Thomas Bernöcker (740) und Cup-Chef Jochen Walther mit dem Debütanten Tom Schneider (240). Beide erreichen das Ziel auf die Zehntel zeitgleich, die schnellere Zeit auf WP 1 gibt den Ausschlag zugunsten der 700 km weit angereisten Bayern-Crew.

Trotz des Allradler-Sterbens bleibt die Ausfallquote niedrig, von den 56 gestarteten Fahrzeugen stehen abends 49 im Parc Fermé. Die Fontane-Rallye verzeichnet keinen einzigen Unfall und läuft wie am Schnürchen, der sichtbar entspannte Orga-Leiter Jörg Litfin empfängt die Fahrer unter dem Zielbogen im Minutentakt vom Ersten bis zum Letzten.

Im ADMV-Rallye-Pokal hätte Stephan Dammaschke als Tabellenführer in die Zwangspause gehen können, aber er hat seine Nennung noch nicht abgegeben! So übernimmt der Schneeberger Polo-Pilot Andreas Schramm die Spitze der ADMV-Serie für Rallye-35/70-Veranstaltungen.

Stand ADMV-Rallye-Pokal: 1. Schramm 667, 2. Loof, Joachim, Schumann je 600, 5. Schulze 533, 6. Heinze 475, 7. Heldt 467, 8. Brunke 430, 9. Horlbeck, Wiesner je 400.

Ergebnis 21. ADAC-Fontane-Rallye
1.Marc Bach / André SeelischMitsubishi EvoNC121:35,6
2.Timo Pöhls / Vanessa DaggeSubaru Impreza 2.5NC6+1:12,2
3.Stephan Dammaschke / Winny HelmRenault Clio RagnottiNC3+1:14,5
4.Ralf Schlerfer / Jörg SchlerferHonda Civic RNC3+1:14,8
5.Ulf Semmelhaack / Peter KrollSubaru Impreza 2.5NC6+1:18,1
6.Jan Horlbeck / Enrico LenkFord Fiesta R2RC4+1:18,8
7.Nick Loof / Nico EichenauerOpel Adam CupRC5+1:28,1
8.Jeffrey Wiesner / Marcel EichenauerOpel Adam CupRC5+1:34,8
9.Stephanie Zorn / Thomas PulsCitroen DS3 R3TRC3+1:50,8
10.Andreas Schramm / Maik BruderVW Polo GTINC4+2:03,0
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