Eifel Rallye Festival: Sahnehäubchen mit Kirsche

Es ist schon ein kleines Wunder, wenn ein Rallye-Fahrzeug, das vor 40 Jahren bei der Safari-Rallye in Kenia vom Werk eingesetzt wurde und anschließend noch bis 2007 auf afrikanischem Boden in Wettbewerben bewegt wurde, überhaupt noch existiert. Aber nicht nur dass.

25. Juli 2023

Michael Heimrich

Eifel Rallye Festival: Sahnehäubchen mit Kirsche

Der Opel Ascona 400 mit der internen Kennung RA50 steht heute wieder so da, wie er 1983 zum Start der Safari rollte. Das ist der Verdienst von Andreas Hoppe, einem der Menschen, die sich intensiv für den historischen Rallyesport engagieren.

„Der Ascona 400 war schon immer mein Traumauto. Als die Chance bestand, dieses von Reinhard Klein in Afrika gefundene Original zu kaufen, musste ich nur noch meine Frau von diesem finanziellen Abenteuer überzeugen“, erklärt Hoppe.

Er fühlte sich ‚wie ein 15-jähriger mit Pickeln, der seiner Traumfrau einen Antrag macht‘. „Ich hatte alles durchgerechnet und versucht, sie sehr emotional zu überzeugen. Sie sagte nur vollkommen nüchtern: Ja! Und als sie den 400er das erste Mal sah ‚hier riecht es nach Kamel‘“.

Inzwischen ist Ramona Hoppe begeisterte Co-Pilotin in diesem immer noch zart den Duft Afrikas verbreitenden Ascona. „In diesem RA50 ist wirklich alles original. Die Schalter, die Technik, die Taschen, selbst die Veränderungen an der Leselampe für den damaligen Co-Piloten Lofty Drews.“ 

Den letzten je gebauten Werks-Ascona 400 pilotierten bei der Safari vor genau 40 Jahren Rallye-Professor Rauno Aaltonen und Co Lofty Drews. Vor der finalen Etappe lagen sie in Schlagdistanz zur Spitze und stempelten Vorzeit, damit sie ohne Staub als Erste auf die Strecke gehen konnten.

Es ist überliefert, dass Teamchef Tony Fall seine Fahrer angewiesen hatte, mitten in der Nacht über Funk von Problemen mit dem Öldruck zu berichten, damit sich die Konkurrenz von Audi in Sicherheit wiegen konnte. Mitten in der Nacht funkte Lofty Drews dann lautstark: „Wir haben Probleme mit dem Öldruck!“ und Fall bestätigte ihm innerlich eine grandiose schauspielerische Leistung. Doch es gab tatsächlich Probleme mit dem Öldruck und über Funk konnten alle das Ende des Antriebsaggregates live miterleben.

Nach 40 Jahren gibt es am kommenden Wochenende beim Eifel-Rallye-Festival in Daun das große Wiedersehen von Rauno Aaltonen, Lofty Drews, der extra aus Australien angereist kommt, und dem RA50. „Eine unglaubliche Abrundung der Geschichte, für mich das absolute Highlight,“ strahlt Hoppe, „das ist wie ein Sahnehäubchen mit Kirsche.“

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