Neben den historischen Fahrzeugen rückte auch die mögliche Zukunft des Rallyesports in Deutschland in den Mittelpunkt. ADAC-Automobilsportchef Andreas Bachmeier besuchte das Festival erstmals gemeinsam mit DRM-Promoterin Tanja Geilhausen.
Der ADAC arbeitet an den Planungen für eine mögliche Rückkehr der Rallye-Weltmeisterschaft nach Deutschland, bei der der Nürburgring eine zentrale Rolle spielen könnte. Nach den Vorstellungen der Beteiligten ließen sich ein künftiger WM-Lauf und das Festival in Daun möglicherweise an aufeinanderfolgenden Wochenenden miteinander verbinden.
Bachmeier zeigte sich bei seinem ersten Besuch von der Größe und Bedeutung der Veranstaltung beeindruckt. Der Rallyesport lebe nicht nur von der Gegenwart, sondern ebenso von seiner Geschichte. Das Festival habe sich deshalb einen festen Platz in der deutschen Motorsportszene erarbeitet. „Es ist unfassbar, was die Jungs hier aus dem Boden gestampft haben. Wir haben einen Riesenrespekt davor“, sagte der ADAC-Sportchef gegenüber Motorsport aktuell.
Auch Peter Thul, der beim WRC-Promoter für die Rallye-Weltmeisterschaft verantwortlich ist, nutzte die Veranstaltung erstmals für einen Besuch vor Ort. Der frühere Beifahrer von Dieter Depping lobte vor allem die große Bandbreite des Teilnehmerfeldes und die entspannte Atmosphäre.
„Es ist toll zu sehen, dass die Vergangenheit immer noch präsent ist und so viele Menschen Spaß daran haben“, sagte Thul. Das Festival sei einzigartig, weil zahlreiche Epochen vom Gruppe-B-Zeitalter über die Gruppe A bis zu den späteren World Rally Cars nahezu vollständig abgebildet würden.
Der WRC-Promoter sieht historische Fahrzeuge deshalb nicht nur als Bestandteil eigenständiger Festivals. Sie sollen künftig stärker in das Programm ausgewählter WM-Läufe eingebunden werden. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Rallye-Weltmeisterschaft in Portugal, bei der Fahrzeuge aus der Slowly-Sideways-Sammlung zum Einsatz kamen.
„Die Bandbreite von der Gruppe B über die Gruppe A bis zu den WRC fasziniert die Fans. Genau das wollen wir zeigen“, erklärte Thul. Das Eifel Rallye Festival könnte damit künftig nicht nur an die Geschichte der Weltmeisterschaft erinnern, sondern auch eine Brücke zu einem möglichen deutschen WM-Lauf schlagen.

