Die Rallye Mittelrhein verspricht am kommenden Wochenende nicht nur wegen der anspruchsvollen Prüfungen durch die Mosel-Weinberge besondere Spannung. Im Mittelpunkt steht auch der achtmalige Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson, der erstmals mit einem Porsche 911 Rally GT an den Start gehen wird.
Für den Schweden ist dies nicht die einzige Premiere: Gemeinsam mit Dennis Zenz bestreitet er erstmals eine Rallye, zugleich ist es sein erster Rallyestart in Deutschland und auf Asphalt.
„Ein achtmaliger Rallycross-Weltmeister als Teamkollege ist natürlich etwas Besonderes“, sagt Julius Tannert, der den zweiten Porsche des Teams Motopark steuert. „Aber sobald die Stoppuhr läuft, wollen wir zeigen, was wir können.“
Der direkte Vergleich dürfte besonders reizvoll werden, weil Kristoffersson zwar über große internationale Erfahrung verfügt, die Besonderheiten der schmalen Weinbergprüfungen aber erst kennenlernen muss. Tannert kennt dagegen sowohl das Auto als auch die Anforderungen der Rallye. Mit schnellen Passagen, verdeckten Kurven, engen Kehren und wechselnden Gripverhältnissen verlangt die Strecke höchste Präzision.
Zusätzliche Porsche-Konkurrenz kommt von Carsten Mohe und Andrea Lieber. Das Duo reist als Zweiter der DRM-Zwischenwertung nach Wittlich und will diese Position verteidigen. Mohe sieht den besonderen Charakter der Prüfungen als Stärke und Risiko zugleich.
„Wir müssen sehr präzise und mit Köpfchen fahren, denn Platz für Fehler gibt es keinen“, erklärt der Porsche-Pilot. Besonders Bordsteine in den Kehren und quer zur Fahrtrichtung verlaufende Regenrinnen könnten schnell zu Reifenschäden oder technischen Problemen führen. Ein Radwechsel kostet beim Porsche deutlich mehr Zeit als bei einem speziell darauf ausgelegten Rally2-Auto.
Auf den zunehmend verschmutzten Abschnitten in den Weinbergen rechnet Mohe deshalb mit Nachteilen. Diese sollen auf den schnellen Passagen mit der Leistung des rund 470 PS starken Porsche ausgeglichen werden.
Auch die Temperaturen könnten zu einem entscheidenden Faktor werden. Für das Rallye-Wochenende werden mehr als 30 Grad erwartet. Mohe und Lieber wollen deshalb beim Shakedown erstmals eine harte Michelin-Reifenmischung testen, die auf dem heißen Asphalt Vorteile bringen könnte.
Tannert rechnet ebenfalls mit einer körperlich und technisch fordernden Veranstaltung. Gerade der heckgetriebene Porsche verlangt auf den engen und teilweise unübersichtlichen Prüfungen eine saubere Linie und ein gutes Reifenmanagement.
Die Rallye Mittelrhein beginnt am Freitag, 31. Juli, mit dem Shakedown in Maring-Noviand. Am Samstag stehen neun Prüfungen in Dreis, Piesport und Trittenheim auf dem Programm. Die Entscheidung fällt am Sonntag mit vier weiteren Prüfungen in Gipperath und der Vulkaneifel. Insgesamt umfasst die Rallye 13 Wertungsprüfungen und rund 144 Kilometer gegen die Uhr.