Mit dem Sieg von Dennis Rostek / Tilmann Bößert im Skoda Fabia RS Rally2 endete die 64. ADAC Vissel-Rallye am 6. Juni 2026. Zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte des Ravenol Deutschen Rallye Cup 2026 gewann der DRC-Sieger von 2018 sechs der sieben Wertungsprüfungen rund um Visselhövede. Im Ziel lag er 2,2 Sekunden vor Christopher Gerhard / Lena März im Citroën C3 Rally2. Gerhard verpasste damit knapp den dritten Vissel-Sieg in Folge.
Rostek erklärte: „Ich will dem jungen Nachwuchs eine Chance auf dem Beifahrersitz geben, deshalb war diesmal Tilmann Bößert dabei. In der ersten Runde hat es noch etwas gehakt und wir hatten einen Ausritt, der 15 Sekunden gekostet hat. Dann lief es perfekt und wir konnten die Lücke zufahren.“
Gerhard: „Sieg wurde uns gestohlen“
Christopher Gerhard / Lena März wirkten im Ziel fassungslos. Statt wie erwartet als Sieger wurden sie im Citroën C3 Rally2 als Gesamtzweite gewertet. Aufgrund einer Behinderung in der zweiten WP wurde Rostek kurz vor dem Start der finalen Prüfung eine Zeitgutschrift gewährt. Dadurch schmolz Gerhards Vorsprung deutlich zusammen.
„Der Sieg wurde uns durch eine krasse Fehlentscheidung gestohlen. Wäre das vor den letzten beiden Prüfungen kommuniziert worden, wäre es ein Leichtes gewesen, die letzten beiden Prüfungen in Summe fünf bis acht Sekunden schneller zu fahren.“
Bis zur vorletzten WP lagen Dark Liebehenschel / Linus Noll im Skoda Fabia Rally2 Evo sicher auf dem dritten Platz. „Wir hatten dort einen kleinen Ausrutscher und sind im Zeitlupentempo aufs Dach gefallen. Das hat Zeit gekostet, aber mit meiner ersten Asphaltrallye seit sechs Jahren bin ich sehr zufrieden.“ Den letzten Podestplatz sicherten sich anschließend Andreas Dahms / Paul Schubert im Porsche 911.
Müller jetzt auf Platz zwei im DRC
Der Kampf zwischen Kevin Müller / Stefanie Spreitzer im Toyota GR Yaris und Tony Bayer / Dominik Buß im BMW 323ti um die Vorherrschaft in der Klasse NC2 und die höhere Punkteausbeute für den Ravenol DRC war bereits auf der ersten Prüfung beendet.
„In der letzten Kurve vor dem Ziel kollabierte das Antriebswellengelenk und der Vortrieb war weg. Das ist brutal, aber so ist unser Sport leider manchmal“, erklärte Bayer anschließend.
„Für Tony und Dominik ist der Ausfall echt schade“, sagte Müller im Ziel. „Wir mussten dennoch die ganze Zeit voll fahren, die Prüfungen waren sehr fordernd, aber es hat super funktioniert.“
Mit Startnummer 5 ging das Duo direkt hinter den RC2-Allradlern auf die Strecke. „Die größte Herausforderung war unsere Startnummer. Leider ist Dennis in der zweiten WP im Rundkurs in unserer Staubwolke gefahren, zum Glück hat er dafür aber eine Gutschrift bekommen.“
Mit den Punkten für den Klassensieg, in der Gesamtwertung fuhren Müller / Spreitzer auf den vierten Platz, schob sich das Duo in der DRC-Wertung auf Rang zwei. Mit ebenfalls fünf gewerteten Resultaten liegen sie nun nur 1,3 Punkte hinter Tabellenführer Mathias Schläppi, der den Lauf im Norden ebenso ausließ wie der bisherige Zweite Niklas Pöttgen.
Niklas Möller, diesmal gemeinsam mit Jan-Steffen Imwiehe im BMW 318 unterwegs, erklärte: „Man unterschätzt die Strecke hier im Norden. Auf dem Papier geht es viel geradeaus, aber der hohe Schotteranteil und die vielen unterschiedlichen Beläge machen es sehr interessant. Durch einen Stempelfehler vor der zweiten WP kassierten wir eine Strafminute und mussten eine Aufholjagd starten.“
Möller / Imwiehe fuhren noch auf den dritten Platz in der Klasse NC3 nach vorn und verbesserten sich damit auf Rang vier der DRC-Wertung.
Im BMW M3 sicherten sich Werner Löseke / Paul Tenberge den vierten Platz in der NC2 und fuhren auf den neunten Gesamtrang. In der DRC-Tabelle verbesserten sie sich auf den achten Platz.
Jungnickel übernimmt die Führung
Im ADAC Rallye Junior Cup war der Kampf der beiden punktgleich führenden Teams in ihren identischen Opel Corsa Rally6 früh beendet. Kurt Escher / Alexander Hirsch strandeten bereits in der ersten Prüfung.
„Genau die eine Kurve hat nicht gepasst, da fehlt mir einfach noch die Erfahrung“, erklärte Escher den Ausritt.
Damit war der Weg frei für die Brüder Arwed und Aaron Jungnickel. Mit großem Vorsprung und allen sieben Bestzeiten fuhren sie zu ihrem zweiten Cup-Sieg, übernahmen die alleinige Führung, sicherten sich das maximale Preisgeld und alle Bestzeitprämien der Ravenol-Speed-Trophy.
„Es lief wie geschmiert, schade nur, dass Kurt so früh ausgeschieden ist“, sagte Jungnickel im Ziel. „Trotzdem war es eine anspruchsvolle Rallye. Jetzt bringen wir unseren Corsa wieder auf Vordermann und können den nächsten Start im Cup kaum erwarten.“
Ihr bislang bestes Cup-Ergebnis sicherten sich Luca Wanke / Stephan Schneeweiß mit Platz zwei. „Ich bin sehr zufrieden, zur Halbzeit hatten wir noch einen Rückstand von 18 Sekunden auf Platz zwei. Dann konnten wir uns verbessern, auch dank der Erfahrung von Stephan“, sagte Wanke. „Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und gibt Auftrieb.“
Lukas Meiners / Leon Witte belegten knapp geschlagen den dritten Platz. „Wir hatten sehr viel Spaß, die Rallye war gut organisiert. Vor allem in der zweiten Runde sind wir richtig gute Zeiten gefahren und waren fehlerfrei unterwegs“, freute sich Meiners im Ziel über die wichtigen Punkte.
Ergebnis 64. ADAC Vissel-Rallye 2026
| 1. | Dennis Rostek / Tilmann Bössert | Skoda Fabia RS Rally2 | 36:13.8 |
| 2. | Christopher Gerhard / Lena März | Citroën C3 Rally2 | +2.2 |
| 3. | Andreas Dahms / Paul Schubert | Porsche 911 Carrera 3.2 | +3:07.9 |
| 4. | Kevin Müller / Stefanie Spreitzer | Toyota GR Yaris | +3:19.0 |
| 5. | Karl-Otto Niebäumer / Anna Niebäumer | Opel Corsa Rally4 | +3:20.2 |
| 6. | Benjamin Hink / Rieke Lohmann | BMW M3 E36 | +4:18.7 |
| 7. | Kevin Dumke / Malte Grünhagen | BMW M3 E36 Compact | +4:52.2 |
| 8. | Martin Bürgel / Charlotte Köhler | Opel Corsa Rally4 | +4:57.9 |
| 9. | Werner Löseke / Paul Tenberge | BMW M3 E36 | +5:06.8 |
| 10. | Nils Gulba / Mats Gulba | Peugeot 208 Rally4 | +5:13.6 |


