Sebastien Ogier hat am Freitag die Führung bei der Rallye Finnland übernommen und sich trotz wechselhafter Bedingungen ein erstes Polster erarbeitet. Vor der abschließenden Zuschauerprüfung liegt der Toyota-Pilot 18,6 Sekunden vor seinem Teamkollegen Elfyn Evans. Sami Pajari folgt mit 27,9 Sekunden Rückstand auf Rang drei, Oliver Solberg ist Vierter.
Ogier setzte bereits auf der ersten Waldprüfung die Bestzeit und behauptete sich anschließend in einem engen Kampf gegen Pajari und Adrien Fourmaux. Am Vormittag lagen die Spitzenfahrer noch innerhalb weniger Sekunden. Erst die heftigen Regenschauer am Nachmittag sorgten für größere Abstände.
„Man muss hier auf jeder Prüfung ziemlich viel riskieren“, sagte Ogier nach einer weiteren Bestzeit am Vormittag. Der neunmalige Weltmeister fand früh einen guten Rhythmus und gewann drei der ersten vier Waldprüfungen.
Pajari hielt den Rückstand zunächst gering. Der Sieger der Rallye Estland setzte auf Saarikas die Bestzeit und entschied auch den zweiten Durchgang von Laukaa für sich. Zwischenzeitlich lag er nur 3,3 Sekunden hinter Ogier.
„Ich konnte nicht mehr herausholen“, sagte Pajari nach seiner ersten Bestzeit. „Es war deutlich besser als auf der Prüfung zuvor.“ Am Nachmittag verlor der Finne bei schwierigen Wetterverhältnissen jedoch Zeit und fiel hinter Evans zurück.
Starkregen verzerrt den Wettbewerb
Die zweite Durchfahrt von Saarikas wurde von einem heftigen Regenschauer geprägt. Evans startete noch bei vergleichsweise trockenen Bedingungen und setzte die Bestzeit. Für die später fahrenden Crews verschlechterten sich die Verhältnisse innerhalb weniger Minuten dramatisch.
Solberg verlor fast eine Minute, Fourmaux sogar rund anderthalb Minuten. „Das war gefährlich. Schlimmer als in Afrika“, sagte Solberg. Wasser drang in das Auto ein, zudem beschlug seine Brille.
Auch auf der folgenden Prüfung standen tiefe, mit Wasser gefüllte Spurrillen auf der Strecke. Evans kritisierte die Entscheidung, die Prüfung unter diesen Bedingungen wie geplant durchzuführen. „Wenn man nicht mehr sehen kann, wohin man fährt, braucht es etwas gesunden Menschenverstand“, erklärte der WM-Spitzenreiter.
Ogier meisterte die Bedingungen deutlich besser und baute seine Führung aus. Zwar geriet auch er kurz mit einem Hinterrad in einen Graben, blieb aber ohne größeren Zeitverlust.
Solberg meldete sich anschließend mit seiner ersten Bestzeit des Wochenendes zurück. Der Schwede gewann Sydänmaa mit 3,9 Sekunden Vorsprung vor Ogier. Durch den zuvor erlittenen Zeitverlust war der Kampf um die Spitze für ihn jedoch zunächst außer Reichweite geraten.
„Es ist frustrierend, weil wir um den Sieg gekämpft haben und jetzt deutlich zurückliegen“, sagte Solberg. „Das Auto funktioniert gut, aber am Nachmittag hatten wir einfach Pech.“
Lappi scheidet nach Überschlag aus
Für Esapekka Lappi endete die Heimrallye bereits am Freitagmorgen. Der Hyundai-Pilot war stark in den Tag gestartet und lag nach zwei Prüfungen nur knapp hinter der Spitze. Auf Sydänmaa bremste er jedoch zu spät, rutschte von der Strecke und überschlug sich.
Lappi und Beifahrerin Enni Mälkönen blieben unverletzt. Eine Rückkehr am Samstag ist ausgeschlossen, da der Überrollkäfig des Hyundai beim Unfall beschädigt wurde.
„Das Auto hat nicht so stark verzögert, wie ich erwartet hatte“, erklärte Lappi. „Wir sind nach außen gerutscht, die Seite des Autos blieb am Straßenrand hängen und wir haben uns überschlagen.“
Der Finne zeigte sich nach dem erneuten Rückschlag bei seiner Heimrallye tief enttäuscht. Bereits in den vergangenen Jahren war Lappi in Finnland durch Unfälle ausgefallen.
Neuville verliert fast zwei Minuten
Auch Thierry Neuville erlebte einen schwierigen Vormittag. Der Belgier kam auf der neuen Hohko-Prüfung von der Ideallinie ab und traf einen Stein. Dabei wurde die Front seines Hyundai beschädigt.
Neuville erreichte das Ziel, verlor jedoch fast zwei Minuten. „Der Aufschrieb war zu schnell“, sagte er. „Außen lag ein Stein, den wir getroffen haben.“
Fourmaux blieb zunächst der bestplatzierte Hyundai-Pilot und kämpfte am Vormittag um Rang zwei. Der Starkregen auf Saarikas warf ihn jedoch weit zurück. Auf der letzten Waldprüfung des Nachmittags setzte der Franzose noch einmal die Bestzeit, während Ogier seine Führung bereits kontrolliert verwaltete.
„Ich bin sehr vorsichtig gefahren“, erklärte der Spitzenreiter. „Die einzige Aufgabe bestand darin, sauber durchzukommen. Ich denke, wir haben heute einen guten Job gemacht.“
Ebenfalls vorzeitig beendet war der Tag für Jon Armstrong. Der M-Sport-Pilot kam bereits auf der dritten Prüfung von der Strecke ab und musste aufgeben.
Zwischenstand nach WP 9 von 20
| 1. | Sébastien Ogier / Julien Ingrassia | Toyota GR Yaris Rally1 | 1:01:33.3 |
| 2. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +18.6 |
| 3. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +27.9 |
| 4. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +42.4 |
| 5. | Mārtiņš Sesks / Renārs Francis | Ford Puma Rally1 | +1:02.3 |
| 6. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:24.8 |
| 7. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +2:27.4 |
| 8. | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +2:33.3 |
| 9. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +2:58.8 |
| 10. | Robert Virves / Jakko Viilo | Škoda Fabia RS Rally2 | +3:06.8 |
| 11. | Roope Korhonen / Anssi Viinikka | Toyota GR Yaris Rally2 | +3:19.6 |
| 12. | Jari-Matti Latvala / Juho Hänninen | Toyota GR Yaris Rally2 | +3:24.1 |

