Die Hersteller-Weltmeisterschaft ist entschieden, den Fahrertitel sollen die Toyota-Piloten auf der Strecke unter sich ausmachen. Nach dem vorzeitigen Titelgewinn in Chile erteilte Juha Kankkunen einer Stallorder für die verbleibenden beiden Rallyes eine klare Absage.
„Die Meisterschaft soll der Beste gewinnen. Alles andere wäre meiner Meinung nach unfair“, sagte der Finne. „Schon als Fahrer habe ich mir gedacht: Wenn ich irgendwann selbst ein Team leite, werde ich einem Fahrer, der gut unterwegs ist, niemals sagen: Lass den anderen vorbei.“
In Chile ist der Abstand zwischen den Titelanwärtern noch einmal geschrumpft. Elfyn Evans musste auf der vorletzten Prüfung zum Radwechsel anhalten und fiel vom zweiten auf den fünften Platz zurück. Der Waliser führt die WM weiterhin an, doch Sami Pajari liegt nur noch 17 Punkte hinter ihm. Chile-Sieger Oliver Solberg fehlen 21 Zähler zur Spitze.
Gleiche Chancen für die Titelanwärter
Kankkunen erwartet, dass keiner der drei zurücksteckt. „Für die Zuschauer wird es viel zu verfolgen geben, wenn die Jungs gegeneinander kämpfen. Ich bin sicher, dass jeder alles geben wird, weil sie alle eine Chance haben.“
Die Aufgabe des Teams sieht er darin, ihnen dafür die Voraussetzungen zu schaffen. „Wir müssen ihnen wieder das Beste geben, was wir haben: die bestmögliche technische Unterstützung und alles andere, was wir tun können. Sie sollen untereinander ausmachen können, wer in diesem Jahr der Beste ist.“
Kankkunen lobt die Mannschaft
Toyota hatte sich in Chile mit dem Doppelsieg von Solberg und Sebastien Ogier den sechsten Herstellertitel in Folge gesichert. In der Sonntagswertung belegten die beiden in umgekehrter Reihenfolge ebenfalls die ersten zwei Plätze, auf der Powerstage gingen sogar sämtliche Punkteränge an Toyota.
Nach einem Erfolgsgeheimnis gefragt, verwies Kankkunen zunächst auf seine Fahrer. „Das größte Geheimnis sind diese Jungs hier. Ich habe die besten Fahrer“, sagte er lächelnd. Anschließend bezog er ausdrücklich die gesamte Mannschaft ein, auch die Mitarbeiter, die nicht zu den Rallyes reisen.
„Die Mechaniker, Ingenieure und alle anderen arbeiten sehr gut zusammen und halten die Autos in Schuss. Auch wenn etwas beschädigt ist, reparieren sie es und sorgen dafür, dass es weitergeht“, lobte Kankkunen. „Die Fahrer sind zufrieden, wenn sie ein gutes Auto haben. Ein anderes Geheimnis gibt es nicht: harte Arbeit und Zusammenarbeit.“
Die nächste Gelegenheit zum direkten Duell bietet sich vom 1. bis 4. Oktober bei der Rallye Italien auf Sardinien.

