Wenn der Beifahrer fast eine Stunde vorlesen muss

Mit einer 80 Kilometer Prüfung reizt der Veranstalter der Rallye Mexiko das aktuelle Reglement komplett aus. Lokalmatador Benito Guerra jr. versucht zu beschreiben, was die Fahrer am Sonntagmorgen im Finale erwarten wird.

7. Januar 2016

Michael Heimrich

Wenn der Beifahrer fast eine Stunde vorlesen muss

Seit ihrem WM-Aufstieg 2004 hebt sich die Rallye Mexiko schon immer von den anderen WM-Läufen ab. Sie begeistert Fahrer und Fans mit ihrer außergewöhnlichen Mischung aus anspruchsvollen Strecken und atemberaubender Kulisse. Dabei ist es nicht nur die beeindruckende Zuschauerprüfung in der legendären Silberstadt Guanajuato, oder die Siegerehrung, die Vorbild für viele andere war, auch bei der Auswahl der Prüfungen versuchen die Mexikaner jedes Jahr noch eine Schippe drauf zu legen. 
Vom 3. bis 6. März erwartet die Fahrer eine ganz besondere Herausforderung. Mit 80 Kilometern Länge bekommt die Rallye Mexiko die längste Wertungsprüfung der jüngeren WM-Geschichte. „Die schnellsten Fahrer werden etwa 52 bis 53 Minuten für diese Strecke brauchen“, ist Lokalmatador Benito Guerra jr. überzeugt. „Ich kenne die Streckenführung zwar noch nicht, aber das wird die ungefähre Zeit sein, die wir dafür benötigen.“
Dabei ist nicht nur die Konzentration des Fahrers gefragt, vor allem die Beifahrer erwartet auf dem 80-Kilometer-Brocken ein gewaltiges Stück Arbeit. Der Aufschrieb für die Guanajuato-Prüfung dürfte locker über 100 Seiten umfassen.
Weil die Strecke erst am Sonntagmorgen bewältigt werden muss, erwartet Guerra jr. zusätzliche Spannung durch die eine oder andere Verschiebung im Klassement. „Wenn man am Freitag losfährt, ist man noch frisch. Aber am Sonntag, nach zwei vollen Etappen, eine Prüfung mit dieser Länge zu absolvieren dürfte interessant werden“, so der Mexikaner, der seinen Landsleuten versprach: „Ich werde hart trainieren, damit ich mein Bestes geben kann, um einige Leute auf dieser langen Prüfung zu überraschen.“

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