Blick in die Zukunft

Neue Alpine A110 zeigt erstmals ihre Form

Alpine nutzt den Pariser Autosalon für einen Ausblick auf die nächste A110. Der französische Hersteller zeigt erstmals die Proportionen des elektrischen Nachfolgers und bringt gleichzeitig neue Versionen und Individualisierungsmöglichkeiten für A290 und A390 nach Paris.

29. September 2026

Michael Heimrich

Neue Alpine A110 zeigt erstmals ihre Form

Die wichtigste Alpine-Neuheit in Paris steckt zunächst noch unter einem Tuch. Mit einer eigens angefertigten Skulptur gibt der Hersteller einen ersten Eindruck davon, wie die dritte Generation der A110 aussehen wird. Das Serienauto ist damit noch nicht enthüllt, einige wesentliche Merkmale lassen sich aber bereits erkennen.

Die Grundproportionen bleiben nah an der bisherigen A110 und der ursprünglichen Berlinette. Alpine zeigt eine flache, tropfenförmige Kabine, ausgeprägte Radhäuser, eine tief auslaufende Heckpartie und eine Front mit V-förmiger Kontur. Auch die zweigeteilte Lichtsignatur soll erhalten bleiben.

Technisch bedeutet die dritte Generation dagegen einen deutlichen Bruch. Nach dem Produktionsende der bisherigen A110 im Juli wird der Nachfolger ausschließlich elektrisch angetrieben. Grundlage ist die neue Alpine Performance Platform (APP), die speziell für sportliche Elektroautos entwickelt wurde.

Zwei Motoren an der Hinterachse

Wie ernst Alpine das Thema nimmt, zeigte bereits der Entwicklungsträger A110 Future beim Festival of Speed in Goodwood. Die Aluminiumplattform arbeitet mit zwei getrennten Batteriepaketen im Vorder- und Hinterwagen. Dadurch soll trotz der Batterien eine niedrige Sitzposition und Fahrzeughöhe möglich werden.

Das 800-Volt-System verteilt die Batterie zwischen Vorder- und Hinterwagen, während zwei Elektromotoren an der Hinterachse für den Antrieb sorgen. Alpine entwickelt außerdem Fahrwerk, Lenkung und Bremssystem speziell für die neue Plattform. Ein wesentlicher Teil der Entwicklungsarbeit dürfte darin bestehen, das Gewicht unter Kontrolle zu halten. Gerade bei der bisherigen A110 gehörte ihre vergleichsweise geringe Masse zu den Eigenschaften, die sie von leistungsstärkeren Sportwagen unterschied.

Konkrete Angaben zu Leistung, Batteriegröße, Reichweite und Gewicht des Serienmodells nennt Alpine bislang nicht. Produziert wird auch die dritte Generation der A110 im französischen Dieppe.

A290 bekommt neue Collection-Version

Deutlich näher an der Serie sind die Neuheiten bei der A290. Für den elektrischen Kleinwagen führt Alpine die Ausstattung Collection ein, die sowohl auf der 130 kW (177 PS) starken GT als auch auf der GT Performance mit 160 kW (218 PS) angeboten wird.

Technisch ändert sich durch die Collection-Version nichts. Neu sind vor allem Lackierungen und Ausstattungsdetails. Dazu gehören die Farbe Blanc Nival mit schwarzem Dach, in Wagenfarbe lackierte Radlaufverkleidungen und neue 19-Zoll-Räder im Snowflake-Design. Alternativ bietet Alpine für diese Version die Mattlackierung Bleu Orage Mat an.

Innen kombiniert Alpine dunkelblaue und graue Stoffe mit einem beheizbaren schwarzen Lenkrad. Weitere Ausstattungen wie Alpine Telemetrics und verschiedene Assistenzsysteme können ergänzt werden.

Die A290 ist inzwischen das volumenstärkste Modell der Marke und für Alpine auch deshalb wichtig, weil sie Käufer außerhalb des bisherigen Kundenstamms erreicht. Nach Angaben des Herstellers stammen fast 80 Prozent der A290-Kunden nicht aus dem bisherigen Kundenkreis der Renault Group.

Für Rallyefans hat das Modell inzwischen noch eine zweite Bedeutung. Auf Basis der A290 entwickelte Alpine die A290 Rallye, mit der 2026 ein eigener elektrischer Markenpokal innerhalb der französischen Rallye-Meisterschaft ausgetragen wird.

A390 mit mehr Auswahl

Auch die größere A390 erhält zusätzliche Möglichkeiten aus dem Atelier-Alpine-Programm. Auf dem Pariser Autosalon zeigt Alpine unter anderem eine A390 GTS in der neuen Mattfarbe Bleu Tempête mit schwarzem Dach, Sabelt-Sportsitzen mit grauem Nappaleder und geschmiedeten 21-Zoll-Rädern.

An der Technik ändert sich ebenfalls nichts. Die A390 besitzt drei Elektromotoren und Allradantrieb. Ein Motor sitzt an der Vorderachse, zwei weitere treiben jeweils eines der Hinterräder an. Über diese beiden Motoren kann das Active Torque Vectoring die Antriebskraft zwischen den Hinterrädern verteilen.

Die A390 GT leistet 400 PS, die stärkere GTS 470 PS. Letztere beschleunigt laut Alpine in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Beide Varianten basieren auf einer 89-kWh-Batterie.

A290 Collection, die erweiterten Individualisierungsmöglichkeiten der A390 und die Vorschau auf die kommende A110 zeigt Alpine vom 12. bis 18. Oktober auf dem Pariser Autosalon.

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