Hyundai steht vor einer Richtungsentscheidung. Sicher ist bislang nur, dass der koreanische Hersteller 2027 kein neues Auto nach dem WRC27-Reglement einsetzen wird. Wie es stattdessen weitergeht, ist offiziell noch nicht verkündet.
Sportdirektor Andrew Wheatley verweist darauf, dass zunächst die sportlichen Rahmenbedingungen für die kommende Saison geklärt werden müssen. Dabei spielt unter anderem eine Rolle, welche Wertungen für Teams und Fahrer geschaffen werden und mit welchem Fahrzeug Hyundai sinnvoll antreten könnte. „Im Moment müssen wir diese Details bestätigen und dann können wir eine Richtung wählen“, sagt Wheatley gegenüber RallyJournal.com.
Eine der diskutierten Möglichkeiten ist ein Programm mit dem i20 N Rally2. Denkbar wäre sowohl ein stärker auf die WRC2 ausgerichteter Einsatz als auch eine andere Form des Engagements, sollte es entsprechende Teamwertungen geben.
Hyundai will Know-how nicht verlieren
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Hyundai sein WRC-Engagement zunächst deutlich reduziert und erst 2029 wieder mit einem eigenen Spitzenfahrzeug zurückkehrt. Wheatley macht allerdings deutlich, dass eine komplette Pause problematisch wäre. „In diesem Team steckt sehr viel Erfahrung und die verschwindet nicht über Nacht. Aber wenn man möglichst konkurrenzfähig bleiben will, muss man regelmäßig im Wettbewerb stehen.“
Genau darin liegt für Hyundai die Schwierigkeit der kommenden beiden Jahre. Ein Übergangsprogramm müsste einerseits wirtschaftlich sinnvoll sein, andererseits genügend technische und personelle Kontinuität sichern, um einen späteren Wiedereinstieg nicht praktisch bei null beginnen zu müssen.
2029 rückt bereits in den Mittelpunkt
Interessant wird für Hyundai vor allem die nächste Reglementstufe ab 2029. Dann sollen unterschiedliche Antriebskonzepte innerhalb der WRC möglich werden. Wheatley verweist auf den Rally-Raid-Sport, wo verschiedene Motorenkonzepte über technische Vorgaben auf ein ähnliches Leistungsniveau gebracht werden. „Die möglichen Änderungen für 2029 sind für jeden Hersteller interessant“, sagt Wheatley.
Chassis-Entwicklung läuft bereits
Während die Antriebsfrage für 2029 noch offen ist, hat die Arbeit an anderen Fahrzeugbereichen bereits begonnen. Nach Wheatleys Angaben soll das Grundchassis unabhängig vom später gewählten Antrieb verwendet werden können. „Das Chassis wird für alle Antriebskonzepte gleich sein. Die Entwicklung läuft bereits“, verrät er. Die Frage bleibt, ob diese Arbeiten möglicherweise umsonst waren.

