Sordo hetzt die Ford-Finnen

Noch führen Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala die Rallye Polen an. Doch Dani Sordo hat den Druck auf die beiden Ford-Finnen deutlich erhöht.

27. Juni 2009

Michael Heimrich

Sordo hetzt die Ford-Finnen

Die Fingernägel von Malcolm Wilson dürften es heute besonders schwer haben, denn die Lage im Ford-Lager ist mehr als angespannt. Nervös betrachtete der Teamchef wie der Vorsprung seiner beiden Fahrer am Morgen der zweiten Etappe Stück für Stück zusammen schmolz.

Dani Sordo hält sich keineswegs zurück, um auf Nummer Sicher zu gehen. Der Spanier attackiert die beiden Ford-Finnen an der Spitze so stark, dass er seinen Rückstand von 37 auf 19.5 Sekunden reduzieren konnte. „Natürlich attackiere ich sie ein wenig und da mein Auto ausgesprochen gut läuft, konnte ich auch ein wenig Zeit gut machen“, freute sich Sordo. „Ich werde weiter Gas geben. Die Strecke liegen mir nun besser und jetzt warten wir ab, was am Nachmittag passiert.“

Die Attacken Sordos sorgen für Unbehagen im Hirvonen-Cockpit. Der Finne will auf keinen Fall einen Fehler riskieren, kann es sich aber auch nicht leisten, zu langsam über die Prüfungen zu fahren. „Auf der Strecke liegt eine Schicht Matsch, die wir aufbrechen müssen. Die nachfolgenden Fahrer haben dadurch einen kleinen Vorteil“, so Hirvonen, der auf Schützenhilfe von seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala setzen kann. Doch auch er hat Sordo im Blick. „Er kommt wirklich verdammt schnell näher. Das ist nicht einfach für uns“, so Latvala.

Für Sebastien Ogier ging es am Morgen der zweiten Etappe zügig nach oben. Der Citroen-Junior überholte die beiden Solberg-Brüder und ist neuer Vierter. „Die Strecken sind verdammt schnell, machen aber jede Menge Spaß“, zeigte sich Ogier mit dem bisherigen Tagesverlauf zufrieden. Petter Solberg kann im gebrauchten Xsara nicht mehr mithalten: „Wir fahren unsere eigene Rallye. Abgesehen von einem kleinen Fehler nach einer Kuppe läuft es für uns gut. Ich gebe alles was ich kann.“

Schnellster Fahrer zu Beginn des zweiten Tages Sebastien Loeb, der nach dem frühen Aus auf der ersten Etappe nun durch das Klassement nach vorn pflügt. „Er kann immer noch Herstellerpunkte holen und warum nicht auch für die Fahrer-WM?“, so Sportchef Olivier Quesnel, der seiner Nummer-1 nach dem gestrigen Ausfall keine Vorwürfe machet. „Ich glaube jedem, der als erster Fahrer an diese Stelle gekommen wäre, hätte dies passieren können. Es war kein Fehler von Sebastien. Er hatte einfach nur Pech.“ 
  
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