Erste Tests im August

RallyOne-Projekt erreicht nächste Entwicklungsphase

Mit dem RallyOne-Projekt nimmt ein privates WRC27-Programm weiter Gestalt an. Das Ziel ist ambitioniert: Ab 2027 soll erstmals ein von einem privaten Tuner entwickeltes Rallyeauto in der Topklasse der Rallye-Weltmeisterschaft antreten.

27. Juni 2026

Michael Heimrich

RallyOne-Projekt erreicht nächste Entwicklungsphase

Möglich wird das durch das neue technische Reglement der FIA. Die WRC27-Regeln öffnen die höchste Kategorie künftig nicht nur klassischen Herstellern, sondern auch sogenannten Tunern. Genau diese Lücke will das RallyOne-Projekt nutzen. Dahinter steht der Anspruch, ein komplett neues Fahrzeug für die Weltmeisterschaft zu entwickeln und sich zugleich für einen Hersteller oder strategischen Partner interessant zu machen.

Seit acht Monaten arbeitet ein 17-köpfiges Team an dem neuen Rallyeauto. Das Projekt wurde laut den Verantwortlichen auf einem weißen Blatt Papier begonnen. Die Gesamtleitung liegt bei Lionel Hansen. Alain Penasse kümmert sich um sportliche Leitung, Strategie und die Vorbereitung eines möglichen Einstiegs in die Rallye-Weltmeisterschaft. Jeremy Chevallereau koordiniert die technischen Abläufe mit Partnern, Zulieferern und Subunternehmern. Florent Biard leitet das Konstruktionsbüro und die Fahrzeugentwicklung bei Faster Racing.

Eine wichtige Rolle nimmt auch Jean-Claude Vaucard ein. Der erfahrene Ingenieur begleitet das Projekt als technischer Berater und soll mit seiner Erfahrung die Entwicklung absichern. Benoît Blaise ist für die Werkstattplanung und den Aufbau des ersten Chassis verantwortlich.

Die erste Entwicklungsphase ist inzwischen abgeschlossen. Dabei ging es vor allem um technische Studien und die grundsätzliche Fahrzeugkonstruktion. Das erste Rohrrahmen-Chassis, das für die Homologation 2027 vorgesehen ist, befindet sich derzeit in der letzten Fertigungsphase. Anschließend soll die technische Validierung durch die FIA erfolgen.

Parallel dazu läuft bereits die Produktion der ersten Bauteile für das Entwicklungsfahrzeug. Die noch fehlenden Komponenten sollen in Kürze eintreffen. Der Aufbau des ersten Autos nach finaler FIA-Rally1- beziehungsweise WRC27-Spezifikation soll im kommenden Monat beginnen.

Testauftakt im August

Die ersten Tests sind für August geplant. Im Mittelpunkt steht zunächst die Zuverlässigkeit aller Komponenten auf unterschiedlichen Untergründen. Erst danach soll die Arbeit an Abstimmung und Performance intensiviert werden. Insgesamt plant das Team sechs Tests in diesem Jahr.

Wenn die geplanten Entwicklungsschritte auf Schotter und Asphalt erfolgreich abgeschlossen werden, sollen die ersten beiden Einsatzfahrzeuge noch vor Jahresende fertiggestellt werden. Damit bleibt der Zeitplan eng. Die kommenden sechs Monate gelten innerhalb des Projekts als entscheidend, um das Auto rechtzeitig für einen möglichen Wettbewerbsstart Anfang 2027 vorzubereiten.

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