Rallye Sardinien nach WP5

Ogier patzt - Latvala führt vor Tänak

Paukenschlag zur Halbzeit der ersten Etappe der Rallye Sardinien. Sebastien Ogier erwischt einen Stein und beschädigt die Aufhängung seines Citroën C3 WRC. Unterdessen kämpft sich Jari-Matti Latvala an die Spitze und liegt knapp vor seinem Teamkollegen Ott Tänak.

Es war kein guter Morgen für Sebastien Ogier. Der WM-Spitzenreiter musste als erster Fahrer in die Prüfungen starten und der berüchtigte „Straßenkehrer-Effekt“ wirkte sich wie von ihm erwartet aus. Ogier fand sich auf dem enttäuschenden neunten Platz wieder.

Möglicherweise sorgt der Frust darüber für einen kleinen Moment der Unachtsamkeit, der Weltmeister touchierte in der fünften Prüfung im Scheitelpunkt einer Linkskurve einen Steinbrocken und beschädigte die Aufhängung des Vorderrads seines Auto. Alle Bemühungen, den Schaden eigenhändig zu beheben, schlugen fehl. Ogier ist für heute raus und kann nur noch auf Extra-Punkte in der abschließenden Power-Stage hoffen.

An die Spitze konnte sich zunächst M-Sport-Junior Teemu Suninen (Ford) setzen, der zum ersten Mal mit Beifahrer Jarmo Lehtinen antritt. Doch hinter ihnen schob sich Jari Matti Latvala (Toyota) unaufhörlich nach vorn und nach der vierten Prüfung eroberte der Finne die Gesamtführung. „Ein wirklich guter Morgen für uns. Die Wahl der fünf Reifen mit harter Mischung hat sich ausgezahlt“, freute sich Latvala. 

Suninen gab zu, dass er zu vorsichtig unterwegs gewesen sei und fiel hinter Ott Tänak (Toyota), Dani Sordo (Hyundai) und seinen Teamkollegen Elfyn Evans auf den fünften Platz zurück – mit allerdings nur 7,7 Sekunden Rückstand auf Latvala. „Mir sind leider ein paar Fehler unterlaufen und dann fehlte auf der letzten Prüfung das Vertrauen“, erklärte Suninen.

Nach dem vorzeitigen Rückschlag von Ogier könnte Thierry Neuville (Hyundai) erneut die Führung in der Weltmeisterschaft übernehmen. „Wir müssen konzentriert bleiben“, mahnte der Belgier, der vor Andreas Mikkelsen (Hyundai) auf dem sechsten Platz liegt.

„Ich habe als einziger Fahrer im Shakedown die harte Reifenmischung probiert und fühlte mich damit nicht so wohl. Also haben wir zu Medium gegriffen und das war nicht die richtige Wahl“, ärgerte sich Neuville, der außerdem zwei Ersatzräder einpackte. „Mit diesem Extra-Gewicht bewegt sich das Auto auf diesen engen Straßen hin und her, man kann es kaum in der Linie halten.“

Mikkelsen beklagte wie Neuville eine falsche Reifenwahl, konnte aber von einem Fehler seines direkten Konkurrenten Kris Meeke (Toyota) profitieren, der in einer engen Kehre den Motor abwürgte. „Das hat uns fünf Sekunden gekostet“, ärgerte sich der Brite. Im engen Spitzenfeld reichte das aus, um auf den achten Platz ab zu rutschen.

In der WRC2 Pro führt  Jan Kopecky knapp vor Kalle Rovanperä. Es ist ein einsames Rennen der beiden Skoda-Werkspiloten, denn Mads Östberg beschädigte bereits am frühen Morgen die Aufhängung seines Citroën C3 R5 und musste aufgeben. Gus Greensmith (Ford) flog in der vierten Prüfung von der Strecke.

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Zwischenstand nach WP5

1.Latvala / AnttilaToyota Yaris WRC49:38.6
2.Tänak / JärveojaToyota Yaris WRC+0:02.8
3.Sordo / del BarrioHyundai i20 WRC+0:03.5
4.Evans / MartinFord Fiesta WRC+0:05.9
5.Suninen / LehtinenFord Fiesta WRC+0:07.7
6.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC+0:14.1
7.Mikkelsen / JægerHyundai i20 WRC+0:16.7
8.Meeke / MarshallToyota Yaris WRC+0:19.1
9.Lappi / FermCitroën C3 WRC+0:43.0
10.Hänninen / TuominenToyota Yaris WRC+0:48.3
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