Vier von sechs Bestzeiten gingen am Samstag an Sebastien Ogier (Toyota). Die Führung baute trotzdem Oliver Solberg (Toyota) aus. Der Schwede war jeweils zum Abschluss der beiden Schleifen am schnellsten und vergrößerte seinen Vorsprung auf Elfyn Evans (Toyota) bis zum Abend von 10,1 auf 19,1 Sekunden.
Am Vormittag hatten die vier Führenden über drei Prüfungen gerade einmal drei Zehntelsekunden auseinandergelegen. Erst auf der zweiten Schleife konnte sich Solberg absetzen. Evans blieb Zweiter, war mit seiner Leistung jedoch unzufrieden: „Wir hatten gehofft, schneller zu sein.“
Ogier setzt Evans unter Druck
Der Waliser musste seinen Platz zunehmend gegen Ogier verteidigen. Vor der letzten Samstagsprüfung trennte die beiden nur noch eine knappe Drittelsekunde. Evans hielt dagegen, war zum Abschluss eine Sekunde schneller als sein Teamkollege und nimmt damit 1,3 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen in den Sonntag mit.
Ogier hatte schon zur Halbzeit deutlich gemacht, dass er trotz der engen Abstände nicht jedes Risiko eingehen würde. „Wir waren dieses Jahr schon im Krankenhaus, und ich möchte nicht noch einmal dorthin.“
Im Kampf um den letzten Podiumsplatz verschaffte er sich dennoch etwas Luft. Adrien Fourmaux (Hyundai) hatte mit drei weichen Reifen und einem harten auf der längsten Prüfung zurückschlagen wollen. Der Plan ging nicht auf: Er verlor dort 8,2 Sekunden auf Ogier und liegt nun 10,7 Sekunden hinter seinem Landsmann. „Ich kann nicht sagen, warum ich diese Wahl getroffen habe“, ärgerte sich Fourmaux über seine Reifenentscheidung. Ein beschädigter Frontsplitter erschwerte seine Fahrt zusätzlich.
Neuville räumt Fehler ein
Für Thierry Neuville (Hyundai) endete die Rallye bereits auf der ersten Samstagsprüfung. Der als Sechster gestartete Belgier wollte angreifen, kam in einer Rechtskurve jedoch von der Linie ab. Sein Hyundai schlug in die äußere Böschung ein und überschlug sich mehrfach. Neuville und Beifahrer Martijn Wydaeghe blieben unverletzt.
„Ich habe die Tiefe der Senke falsch eingeschätzt“, erklärte Neuville. Nach dem wechselhaften Freitag hatte er sich nach vorn arbeiten wollen. „Wir hatten nichts zu verlieren und haben es versucht, aber offensichtlich waren wir etwas zu schnell.“
Hyundai bestätigte am Mittag, dass die Schäden einen Neustart am Sonntag ausschließen. Das Team konzentriert sich nun darauf, den Wagen für Sardinien wieder aufzubauen. Auch Jon Armstrong (Ford) überschlug sich am Vormittag. Der M-Sport-Fahrer verlor auf der zweiten Tagesprüfung seinen Platz unter den ersten Zehn.
Pajari findet keinen Halt
Sami Pajari (Toyota) blieb auf Rang fünf, verlor aber den Anschluss an die Podiumsplätze. Schon zur Mittagspause war sein Rückstand auf Platz drei von 3,7 auf 32,4 Sekunden gewachsen.
Auch Änderungen am Auto brachten nicht die erhoffte Besserung. „Wir rutschen überall herum und finden weder Traktion noch ein Gefühl für das Auto“, beschrieb Pajari seine Schwierigkeiten. Die Startposition ließ er am Abend als Erklärung allein nicht gelten: „Letztlich ist das Tempo einfach nicht so, wie wir es haben wollen. Hoffentlich können wir am Sonntag schneller sein.“
Esapekka Lappi (Hyundai) folgt mit mehr als vier Minuten Rückstand auf Rang sechs vor Josh McErlean im Ford. In der WRC2 führt Yohan Rossel (Lancia) als Gesamtachter mit knapp einer Minute Vorsprung auf Robert Virves (Skoda).
Am Sonntag stehen noch vier Prüfungen aus. Solberg will dabei auch um die Zusatzpunkte kämpfen. „Die erste Prüfung morgen ist extrem schwierig. Aber wenigstens haben wir jetzt einen kleinen Vorsprung“, sagte der Schwede. Mit Blick auf die Meisterschaft kündigte er an, auf der Powerstage und in der Sonntagswertung erneut anzugreifen.
Zwischenstand nach WP 12 von 16
| 1 | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:17:09,5 |
| 2 | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +19,1 |
| 3 | Sebastien Ogier / Vincent Landais | Toyota GR Yaris Rally1 | +20,4 |
| 4 | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +31,1 |
| 5 | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:15,5 |
| 6 | Esapekka Lappi / Enni Mälkönen | Hyundai i20 N Rally1 | +4:10,1 |
| 7 | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +5:18,2 |
| 8 | Yohan Rossel / Arnaud Dunand | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | +6:54,6 |
| 9 | Robert Virves / Jakko Viilo | Skoda Fabia RS Rally2 | +7:52,6 |
| 10 | Gus Greensmith / Jonas Andersson | Toyota GR Yaris Rally2 | +8:20,7 |

