Quesnel: Mit Ogier wäre Citroën weiter vorn

Ein alter Bekannter könnte in Kürze wieder auf der Motorsportbühne erscheinen. Ex-Citroën-Sportchef Olivier Quesnel ist als neuer Lotus-Teamchef im Gespräch. Die Spekulationen nutzte der Franzose für einen Seitenhieb auf seinen ehemaligen Arbeitgeber.

15. Februar 2014

Michael Heimrich

Quesnel: Mit Ogier wäre Citroën weiter vorn

Generalstabsmäßig baute Olivier Quesnel seinen Schützling Sebastien Ogier als Nachfolger von Sebastien Loeb auf. Der Rekordweltmeister war amtsmüde geworden und sprach immer öfter vom Rücktritt. Damit die Siegesserie der Franzosen auch ohne ihn kontinuierlich fortgesetzt werden konnte, hatte Quesnel vorsorglich einen tauglichen Nachfolger gesucht und gefunden. Doch Ogier lernte nach dem Geschmack von Loeb viel zu schnell und rüttelte ein Jahr früher als geplant an dessen Thron.

Also griff der Elsässer 2011 zu politischen Tricks, drohte mit dem Wechsel zu Neueinsteiger Volkswagen und ließ sich anschließend vom obersten Citroën-Chef Jean-Marc Galles seinen Nummer-1-Status mit einem neuen Vertrag zementieren. Quesnel wurde übergangen und musste die neue Rollenverteilung zähneknirschend akzeptieren.

Der Rest ist Geschichte: Ogier, der keine Lust hatte, die zweite Geige hinter Loeb zu spielen, wechselte verärgert zu Volkswagen und Quesnel zog sich aus dem Sport zurück. Die Konzentration auf Loeb sollte sich bereits kurze Zeit später rächen. Gelang 2012 noch der Gewinn beider Weltmeisterschaften, so übernahmen bereits im Vorjahr Ogier und VW das Kommando. Loeb startet nur noch bei vier WM-Läufen und Citroën war mit den gewählten Fahrerpaarungen nicht mehr in der Lage um den Titel zu kämpfen.

Quesnel verschwand zunächst von der Bildfläche, tauchte aber nun bei den Gesprächen über die Neubesetzung des Lotus-Teamchefs wieder auf. Eine Aufgabe, die sich der erfolgreiche Medien-Unternehmer ohne Probleme zutraut.

„Es war dasselbe als ich damals aus dem Zeitungsgeschäft zu Citroën ohne jegliche sportliche Erfahrung wechselte. Wir gewannen vier Jahre in Folge und hätten auch so weitergemacht, wenn nicht irgendjemand entschieden hätte, Sebastien Ogier gehen zu lassen“, konnte sich Quesnel einen Seitenhieb auf die Citroën-Verantwortlichen nicht verkneifen. Die Möglichkeit in der Formel-1 eine gewichtige Rolle zu übernehmen will der 64-jährige nicht ausschlagen. „Sollte mein Name fallen, dann überlege ich nicht zwei Mal.“

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