Hohe Ansprüche

Project Rally One: Projekt mit vielen Fragezeichen

Project Rally One will 2027 in die Rallye-Weltmeisterschaft einsteigen und arbeitet mit Hochdruck am ersten Fahrzeug. Doch wenige Monate vor der geplanten Premiere bei der Rallye Monte Carlo sind noch zahlreiche technische, sportliche und personelle Fragen offen.

17. August 2026

Michael Heimrich

Project Rally One: Projekt mit vielen Fragezeichen

Project Rally One verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Bereits bei der Rallye Monte Carlo 2027 sollen ein oder zwei Fahrzeuge am Start stehen. Derzeit befindet sich das Chassis des ersten Autos im Aufbau. Bis Ende Oktober sind nach einem ersten Test in Frankreich sechs weitere Asphalt-Tests vorgesehen.

Rund 2.000 Testkilometer sollen bis November absolviert werden. Danach fällt die entscheidende Frage: Ist das Auto zuverlässig genug für den WM-Einstieg?

„Das Ziel ist die Homologation zum 1. Januar und zwei Autos in Monte Carlo“, sagt Projektleiter Lionel Hansen gegenüber DirtFish. Lieferanten und Produktionsabläufe seien vorbereitet. Eine Startgarantie gibt es dennoch nicht.

Erst Anfang November soll entschieden werden, ob die Premiere tatsächlich in Monte Carlo erfolgt. Bleiben bei den Tests größere Zuverlässigkeitsprobleme aus, hält Hansen mindestens ein Auto für realistisch. Ein zweites Chassis soll dann im November, ein drittes im Dezember entstehen.

Dabei muss das vergleichsweise kleine Projekt denselben Homologationsprozess durchlaufen wie die etablierten Hersteller. Genau darin liegt eine der großen Herausforderungen: ambitionierter Zeitplan, begrenzte Ressourcen und ein Auto, das in wenigen Monaten WM-reif werden soll.

Noch kein Fahrer bestätigt

Auch bei der Besetzung der Cockpits ist vieles offen. Einer der eigenen Fahrer soll die ersten Testfahrten übernehmen, anschließend ist ein bekannterer französischer Pilot vorgesehen. Einen Namen nennt Hansen bislang nicht.

An Interesse mangelt es offenbar nicht. Nach seinen Angaben hat das Projekt bereits mit mehr als 20 P1- und P2-Fahrern gesprochen. Auch Anfragen für Kundenautos liegen vor, deren Auslieferung dürfte allerdings frühestens Mitte 2027 möglich sein.

Zunächst Asphalt, später Schotter

Die Entwicklung konzentriert sich zunächst vollständig auf Asphalt. Sollte Monte Carlo zu früh kommen, will Project Rally One den Einstieg nicht auf der verschneiten Rallye Schweden erzwingen. Stattdessen würde die Premiere auf den nächsten Asphaltlauf verschoben.

Eine komplette WM-Saison ist 2027 ohnehin nicht vorgesehen. Hansen spricht von etwa fünf Einsätzen im ersten Jahr. Über die ersten beiden Jahre hinweg sollen insgesamt rund 15 WM-Läufe bestritten werden.

Offen bleibt auch die technische Basis. Das ursprüngliche Motorkonzept orientiert sich stark am Aggregat des Skoda Fabia RS Rally2. Parallel entwickelt Project Rally One jedoch einen eigenen 1,6-Liter-Turbomotor, der bereits Mitte 2027 zum Einsatz kommen könnte.

Ein eigenes Triebwerk würde dem Projekt bei Produktion, Ersatzteilen und Weiterentwicklung mehr Kontrolle geben. Das Getriebe entsteht gemeinsam mit einem eigenen Technikpartner. Die Asphalt-Aufhängung ist bereits festgelegt, während an der Schotterversion weiter gearbeitet wird.

Aktuelle Schlagzeilen

Wer wird neuer Weltmeister?

Toyota: Keine Stallorder im Titelkampf

14. September 2026

ADMV-RM

Grünhain mit drei Gipfelstürmern

/

14. September 2026

Rallye Chile

Handschuhe zu früh ausgezogen: 1.500 Euro Strafe für Solberg

14. September 2026

Solberg gewinnt

Video: Rallye Chile 2026 – Tag 3

14. September 2026

Evans im Pech

Solberg gewinnt Rallye Chile 2026

13. September 2026

ADMV-RM

Video: Rallye Grünhain 2026

13. September 2026

Alle Schlagzeilen

Anmelden

Registrieren

Passwort zurücksetzen

Bitte gib deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du erhältst anschließend einen Link zur Erstellung eines neuen Passworts per E-Mail.

Der Upload läuft... bitte lassen Sie dieses Fenster geöffnet.