Motopark stellt sein Engagement in der Deutschen Rallye-Meisterschaft auf den Prüfstand. Teamchef Timo Rumpfkeil sieht den Porsche 911 Rally GT unter den aktuellen technischen Vorgaben gegenüber den Rally2-Fahrzeugen zu stark benachteiligt und fordert von DMSB und ADAC eine Anpassung der Einstufung. „Die Porsche sind einfach nicht siegfähig. Das muss sich ändern“, sagt Rumpfkeil im Interview mit Motorsport aktuell.
Er verweist dabei auf den Einsatz von Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson bei der Rallye Mittelrhein. Auf den schnellen Sonntagsprüfungen gewann der Schwede alle vier Wertungsprüfungen und nahm den Rally2-Autos bis zu drei Zehntelsekunden pro Kilometer ab. Auf den engeren Samstagsprüfungen in den Weinbergen verlor der Porsche dagegen fast eine Sekunde pro Kilometer. Trotz der starken Schlussphase blieb nur Rang sechs mit 1:43 Minuten Rückstand. Ein ähnliches Bild habe sich auch bei den übrigen DRM-Läufen gezeigt.
Rumpfkeil kritisiert vor allem, dass die zu Saisonbeginn geführten Gespräche bislang keine technische Anpassung zur Folge hatten. Beim Auftakt hätten DMSB, ADAC, Porsche und die beteiligten Teams sämtliche Daten auf den Tisch gelegt. Seitdem sei aus seiner Sicht jedoch nichts Entscheidendes passiert. „Wir bringen der DRM einen enormen Mehrwert und Aufmerksamkeit, bekommen dafür aber null zurück. So macht das keinen Sinn“, kritisiert Rumpfkeil und hält unter anderem etwas weniger Gewicht, einen größeren Restriktor sowie Anpassungen bei Getriebeübersetzung und Dämpfern für denkbar.
Die verbleibenden DRM-Läufe könnten aus seiner Sicht genutzt werden, um entsprechende Änderungen unter Wettbewerbsbedingungen zu testen und damit eine Basis für die kommende Saison zu schaffen. Zudem fordert er, dass die Porsche ebenso wie Rally2-Autos bei nationalen Rallyes 70 startberechtigt sein sollten. Derzeit könnten die Rally2-Teams dort zusätzliche Testkilometer sammeln, während Motopark diese Möglichkeit mit seinen Fahrzeugen nicht habe.
Der Ton gegenüber den Verantwortlichen wird inzwischen deutlich. Motopark habe DMSB und ADAC mitgeteilt, welche Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Programms notwendig seien. „Nach der Anfangseuphorie brauchen auch wir positive Ergebnisse für unsere Partner und Sponsoren“, erklärt Rumpfkeil. Bleiben Veränderungen aus, sei auch ein Ende des Projekts möglich. „So macht das keinen Sinn.“
