Letzter Angriff auf Titel

Ogier kündigt Start bei allen verbleibenden WM-Läufen an

Nach seinem schweren Unfall bei der Rallye Finnland hat Sebastien Ogier Spekulationen über ein vorzeitiges Saisonende beendet. Der Toyota-Pilot will bei allen vier verbleibenden WM-Läufen starten und dort jeweils um den Sieg kämpfen.

3. August 2026

Michael Heimrich

Ogier kündigt Start bei allen verbleibenden WM-Läufen an

Sebastien Ogier will trotz seines schweren Unfalls bei der Rallye Finnland alle vier noch ausstehenden Läufe der Rallye-Weltmeisterschaft bestreiten. Damit widersprach der neunmalige Weltmeister Spekulationen, wonach er seine Saison möglicherweise vorzeitig beenden könnte.

Ogier hatte die Rallye Finnland am Samstagabend souverän angeführt, als er auf der Prüfung Västilä bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke abkam. Der Toyota überschlug sich mehrfach. Beifahrer Julien Ingrassia löste unmittelbar nach dem Unfall das SOS-Signal aus, da Ogier kurzzeitig das Bewusstsein verloren hatte.

Der Franzose kam jedoch rasch wieder zu sich. Ogier und Ingrassia konnten das Fahrzeug aus eigener Kraft verlassen und wurden anschließend zur medizinischen Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Bei Ogier wurde eine leichte Gehirnerschütterung festgestellt. Am Sonntag kehrte er zu seiner Familie nach Deutschland zurück.

Schon einen Tag später stellte Ogier klar, dass der Unfall nichts an seinen weiteren Saisonplänen ändert. „Nach einer großartigen Fahrt endete die Rallye Finnland natürlich nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Unsere Chancen in der Meisterschaft sind mehr oder weniger dahin“, schrieb er in den sozialen Medien.

Dennoch werde er gemeinsam mit seinem Stammbeifahrer Vincent Landais bei den verbleibenden vier WM-Läufen antreten. „Wir werden dort sein und haben nur ein Ziel: alle vier Rallyes zu gewinnen.“

Kein technischer Defekt am Toyota

Nach dem Unfall war zunächst darüber spekuliert worden, ob ein technisches Problem am Toyota GR Yaris Rally1 die Ursache gewesen sein könnte. Auch Juha Kankkunen hatte angesichts der plötzlich veränderten Fahrtrichtung einen Defekt nicht ausgeschlossen.

Die Untersuchung des Fahrzeugs ergab jedoch keine Hinweise auf ein technisches Versagen. Toyota-Technikchef Tom Fowler erklärte, dass sowohl die Radaufhängung als auch die übrige Mechanik weiterhin funktionsfähig seien.

Die Auswertung der Fahrzeugdaten habe stattdessen ergeben, dass Ogier die betreffende Stelle mit etwas höherer Geschwindigkeit erreicht hatte als seine Konkurrenten. Ein technischer Defekt könne deshalb als Unfallursache ausgeschlossen werden.

Mit seinem Ausfall verlor Ogier wichtige Punkte im Kampf um die Weltmeisterschaft. An seinem sportlichen Anspruch ändert das offenbar nichts: Bei den vier verbleibenden Rallyes will er nicht taktieren, sondern jeweils um den Gesamtsieg fahren.

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