Thierry Neuville sieht den geplanten Übergang in die neue WRC-Ära kritisch. Ab 2027 ersetzt ein neues technisches Reglement die bisherigen Rally1-Fahrzeuge. Die Topklasse soll dann zunächst aus neuen WRC27-Autos und auf Rally2-Technik basierenden Fahrzeugen bestehen.
Die Reform soll Kosten senken und neue Hersteller in die Rallye-Weltmeisterschaft bringen. Bislang hat allerdings nur Toyota bestätigt, ein neues WRC27-Fahrzeug zu entwickeln. Hyundai hat über die Zukunft seines WRC-Programms noch keine endgültige Entscheidung bekanntgegeben.
Neuville befürchtet, dass die Übergangsphase sportlich unübersichtlich werden könnte. „Persönlich bin ich kein Fan davon, im Grunde drei verschiedene Fahrzeugkategorien zu haben, ohne wirklich zu wissen, welche davon die echte Topklasse ist. Das fühlt sich für mich seltsam an“, sagte der Ex-Weltmeister gegenüber Rallyjournal.com.
Der Belgier verweist zudem auf offene Grundsatzfragen. „Wir warten schon lange auf das technische Reglement. Außerdem warten wir noch immer auf die Bestätigung des neuen Promoters. Ich weiß, dass das Hyundai-Management in engen Gesprächen mit allen beteiligten Parteien steht, um zu bewerten, ob die Marke im Rallyesport weitermachen will. Diese Entscheidungen müssen schnell fallen, denn die Zeit läuft davon.“
Nach Ansicht von Neuville hätte die FIA den Übergang anders gestalten sollen. Er habe sowohl der FIA als auch Toyota vorgeschlagen, dass alle Hersteller in den Jahren 2027 und 2028 zunächst mit Rally2-basierten Fahrzeugen antreten sollten.
„Meiner Meinung nach wäre die richtige Lösung gewesen, dass alle mit Rally2- oder Rally2-Plus-Autos starten. Die Leistungsunterschiede wären kleiner gewesen, der Wettbewerb enger und der Einstieg für neue Hersteller deutlich einfacher.“
Neuville sieht darin eine Möglichkeit, die Meisterschaft in der Übergangsphase stabiler aufzubauen. Neue Hersteller hätten nicht sofort mit einem großen Rückstand auf Toyota begonnen, während ein neuer Promoter Zeit gehabt hätte, die Serie weiterzuentwickeln.
„Auf diese Weise wären neue Hersteller nicht mit einem so großen Nachteil gegenüber Toyota gestartet. Es hätte eine konkurrenzfähigere Meisterschaft geschaffen und sie für neue Teilnehmer deutlich attraktiver gemacht.“