„Let’s have Matsch-Fun“

Sie ist ein absoluter Klassiker im Kalender der Weltmeisterschaft: Die Wales-Rallye Großbritannien – Insidern noch immer unter ihrem früheren Namen „RAC“ geläufig, ist Garant für Schlamm und schlechtes Wetter. In diesem Jahr haben sich die Vorzeichen jedoch leicht geändert, denn der britische WM-Lauf findet Ende Oktober statt.

21. Oktober 2016

Michael Heimrich

„Let’s have Matsch-Fun“

Nebel, Regen, Schnee und Eis machen aus Schotter Matsch und Schlamm und sorgen bei der Rallye Großbritannien gern für rasant wechselnde Grip-Verhältnisse. Erstmals in diesem Jahrtausend statten die Fahrer und Beifahrer auch England wieder einen Dienstbesuch ab – wenn auch nur einen kurzen. Genauer gesagt: für 1,80 Kilometer. So „lang“ ist die Wertungsprüfung „Cholmondeley Castle“, die den Abschluss des Samstags bildet. Zum bis dato letzten Mal war England 1999 Teil der Rallye Großbritannien.
Der Termin hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls geändert. Die Rallye Großbritannien wird dieses Jahr zwei Wochen eher ausgetragen als in der vergangenen Saison. „Es sollte vom Wetter her ein bisschen angenehmer und nicht ganz so kalt sein wie im vergangenen Jahr. Eventuell ist auch die Bodentemperatur ein wenig höher“, blickt Timo Gottschalk, Meteo-Koordinator bei Volkswagen-Motorsport voraus. „Aber zwei Wochen sind nicht so viel – da kann das Wetter auch genauso werden wie im vergangenen Jahr. In Wales ist es allgemein sehr wechselhaft, man kann es sehr schwer einschätzen. Wir können auch in einer Woche alle vier Jahreszeiten erleben.“
Veränderungen bringt auch die Streckenführung mit sich. Zwar ist eine Rallye Großbritannien ohne die Klassiker„Sweet Lamb“, „Hafren“ oder „Myherin“ undenkbar, aber in diesem Jahr heißt es: turn around. Erstmals seit 1995 werden die beiden erstgenannten Wertungsprüfungen in entgegengesetzter Richtung durchfahren, „Myherin“ gar zum allerersten Mal überhaupt. Zwar gehören die Routen durch die walisischen Wälder nicht zu den technisch anspruchsvollsten, dennoch ist ein präziser Aufschrieb wichtig. Grund hierfür: Das unberechenbare Wetter auf der Insel, was uns zurück zu den Wetterfröschen und ihre wichtige Rolle beim 555. Rallye-WM-Lauf der Geschichte bringt.

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