Dicke Luft bei Toyota

Katsuta und Solberg hadern mit ihren Spionen

Bei der Rallye Japan gerieten nicht nur Fahrer und Autos an ihre Grenzen, sondern auch ein Bereich, der im modernen Asphalt-Rallyesport oft entscheidend ist: die Arbeit der Streckenspione.

13. Juni 2026

Michael Heimrich

Katsuta und Solberg hadern mit ihren Spionen

Für Takamoto Katsuta blieb das Heimspiel erneut hinter den Erwartungen zurück. Der Toyota-Pilot hatte 2022 in Japan als Dritter auf dem Podium gestanden, seitdem aber trotz starker Einzelzeiten immer wieder den Sprung unter die besten Drei verpasst. Auch diesmal reichte es am Ende nur zu Rang vier.

Der Grundstein für das schwierige Wochenende wurde früh gelegt. Schon auf der ersten Wertungsprüfung kam Katsuta von der Strecke ab und beschädigte einen Reifen. Zwei Prüfungen später folgte der nächste Ausrutscher, durch den der Japaner auf Rang sechs zurückfiel. Anschließend machte Katsuta deutlich, wo er das Problem sah.

„Die Ecke war komplett nass. Alle hatten die Information, nur ich nicht“, kritisierte er nach der Prüfung die Arbeit seiner Streckenspione Juho Hänninen und Jani Hussi.

Gerade auf Asphalt haben die sogenannten Gravel Crews eine zentrale Rolle. Sie fahren die Prüfungen kurz vor den Wettbewerbsautos ab und melden Veränderungen an die Crews, etwa Nässe, Schmutz, Laub oder andere kritische Stellen. Fehlen solche Hinweise oder kommen sie zu ungenau, kann das bei hohem Tempo unmittelbar Zeit kosten oder zu Fehlern führen.

Nach Informationen von Motorsport Aktuell soll Katsuta seinen Ärger noch einmal deutlich gemacht haben. Für Hänninen, der im Toyota-Umfeld unter anderem als erfahrener Testfahrer hohes Ansehen genießt, war das offenbar zu viel. Dem Bericht zufolge soll der Finne nach der Rallye die Zusammenarbeit beendet haben. Katsuta müsste sich damit vor dem nächsten Asphaltlauf nach einer neuen Lösung umsehen.

Auch Oliver Solberg soll intern Klärungsbedarf sehen. Der Schwede lag in Japan auf Rang zwei, bevor er auf der zehnten Wertungsprüfung von der Strecke abkam. Nach außen musste er Kritik an seinem Risiko hinnehmen, unter anderem von Teamkollege Sebastien Ogier. Intern soll Solberg jedoch darauf hingewiesen haben, dass ihm im Gegensatz zu anderen Toyota-Fahrern präzise Informationen über den Zustand der entscheidenden Kurve gefehlt hätten.

Damit steht auch die Zusammenarbeit zwischen Solberg und seinen langjährigen Streckenspionen Bryan Bouffier / Denis Giraudet zur Diskussion. Ob es bei einer Aussprache bleibt oder ob Solberg nun ebenfalls neue Streckenspione sucht, ist offen.

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