Jubiläum für Michael Kahlfuss

In Neuseeland bestreitet Michael Kahlfuss den 25. WM-Lauf seiner Karriere. Eine gute Platzierung in der Gruppe-N hat der Mitsubishi-Pilot fest im Visier.

8. November 2006

Michael Heimrich

Jubiläum für Michael Kahlfuss

Nach dem 33. Platz (18. in seiner Gruppe N) bei der anspruchsvollen Argentinien-Rallye im April nimmt Rallyeweltenbummler Michael Kahlfuss (43) mit der Rallye Neuseeland dieses Jahr noch eine zweite WM-Rallye in Angriff. Den 13. Platz wie beim ersten Start im Sommer 2000 hat er auch diesmal im Visier. Vor dem Start spricht Kahlfuss über sein nächstes Rennen: „Ist etwas ganz besonderes, der 25. Weltmeisterschaftslauf meiner Karriere.“

Seine WM-Historie: „Sie begann 1992 mit dem Trabi Fritzi in England, wo wir deswegen zu den „Stars der Rallye“ wurden. Das weckte erstmals die Aufmerksamkeit von Toyota Team Europe. 1993 knüpften wir nach unglaublichem Medienrummel bei der Rallye Monte Carlo Kontakte zu TTE. Von 1994 fuhren wir mit ihrer Unterstützung. Ihnen sind wir noch heute dankbar, weil das heute Erreichte ohne sie so nicht möglich gewesen wäre.“

Sein Team: „Eine tolle Truppe. Vorweg mein Co-Pilot Ronald Bauer, der in Neuseeland sein 23. Rennen bestreitet. Er ist das gute Gewissen des Teams. Und mit den teilweise exotischen Reisezielen ist für meine Mechaniker immer auch ein bißchen Zusatzmotivation dabei. Jeder, der dabei war bisher, hatte Anteil an unseren Erfolgen.“

Seine WM-Boliden: „Nach Trabi Fritzi folgte 1996 ein Toyota Celica GT Four und 2002 unser derzeitiges Auto, ein Mitsubishi Lancer, erst ein Evo5 und derzeit ein Evo 6.“

Seine schönsten Rallyes: „An erster Stelle steht natürlich der Sieg in
unserer Gruppe N bei der Mexiko-Rallye 2005. In Erinnerung bleiben auch die Starts in Kenia 1994, China 1999 und alle Einsätze in Australien (1995, 1996, 1998, 2004, 2005). Nicht zu vergessen die historische Safari-Rallye 2003, als wir den Trabi „Fritzi“ für eine tolle Sache nochmal entstaubten.“

Seine schönsten Erlebnisse: „Anekdoten gibt es sicher in Hülle und Fülle. So versuchten sich beispielsweise Juha Kankkunen, Mohammed ben Sulayem und Armin Schwarz mal hinterm Steuer des Trabis in Australien. Überdies entwickelte sich zu Petter Solberg eine richtige Rennfahrerfreundschaft nach der Libanon-Rallye 1998, als wir ihm mit Ersatzteilen aushalfen.“

Seine weitere Karriere: „Ronald Bauer soll zumindest auch noch in den Genuß seiner 25. Rallye kommen. Im Ernst: Solange ich den Etablierten noch gelegentlich auf den Zahn fühlen kann und mein Team zur Stange hält, wollen wir schon noch weiterfahren. Mit deutschen WM-Startern ist der Rallye-Zirkus derzeit ja nicht so üppig gesegnet. Die Verhandlungen mit dem Hauptsponsor laufen dazu. Er schaut gut aus, daß wir vielleicht sogar ein neues Auto vorbereiten können.“

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