Weiter unklare Zukunft

Hyundai-Technikchef äußert Zweifel am neuen Reglement

Obwohl Thierry Neuville in Portugal einen dringend benötigten Erfolg für Hyundai einfahren konnte, bleibt die Zukunft des Teams in der Rallye-Weltmeisterschaft weiterhin ungewiss.

14. Mai 2026

Michael Heimrich

Hyundai-Technikchef äußert Zweifel am neuen Reglement

Im kommenden Jahr steht die Rallye-WM vor einer umfassenden Neuausrichtung. Doch bislang hat jedoch lediglich Toyota die Entwicklung eines Fahrzeugs nach dem neuen WRC27-Reglement offiziell bestätigt. Das Hyundai-Werksteam wartet hingegen noch auf die finale Zustimmung der Konzernführung, ob das WRC-Projekt überhaupt fortgesetzt wird. Laut dem technischen Direktor Francois-Xavier Demaison benötigt das Team zwingend weitere starke Ergebnisse, um den Vorstand von künftigen Investitionen zu überzeugen.

Das künftige Reglement würde es theoretisch erlauben, im nächsten Jahr auch mit bestehenden Rally2-Fahrzeugen in der Topklasse anzutreten. Aus dem Toyota-Lager war zuletzt zu hören, dass der Prototyp des neuen WRC27-Autos in Sachen Grundschnelligkeit noch nicht vollends überzeugen konnte und möglicherweise kaum schneller als ein aktuelles Rally2-Modell sei. Demaison glaubt jedoch nicht daran, dass ein Rally2-Auto unter Wettbewerbsbedingungen ernsthaft gegen ein WRC27-Fahrzeug um die Weltmeisterschaft kämpfen kann. 

„Das Rally2-Auto ist eine Option für das nächste Jahr und das wird für die WRC2-Meisterschaft diskutiert, aber wir sehen es nicht wirklich als eine Möglichkeit an, um gegen WRC27-Autos zu kämpfen und in der Lage zu sein, sie zu schlagen“, betonte Demaison gegenüber Autosport. 

Der Franzose verweist auf die deutlichen technischen Vorteile der neuen Fahrzeuggeneration. Ein entscheidender Faktor sei zudem das Fahrwerk. Die Doppelquerlenkeraufhängung würde im Vergleich zur MacPherson-Aufhängung mehr Vorteile zur Anpassung und Zuverlässigkeit bieten, speziell auf rauen Schotter. „Da bleiben nicht allzu viele Rallyes übrig, bei denen ein Rally2 oder ein Rally2 plus konkurrenzfähig sein kann“, erklärte Demaison.

Auch die Überlegung, den Leistungsunterschied durch Zusatzgewichte für die überlegenen WRC27-Autos auszugleichen, hält er für unzureichend, um diese Vorteile zu kompensieren. 

Für die Zukunft von Hyundai sei es nun von größter Bedeutung, verlässliche Garantien bezüglich der langfristigen Ausrichtung der Meisterschaft zu erhalten. Derzeit seien noch zu viele Fragen offen, was sowohl die genaue Ausgestaltung des künftigen Reglements als auch die ausstehende Bekanntgabe des neuen WRC-Promoters betrifft. 

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