Während Toyota bereits seit mehreren Wochen mit einem Prototypen nach dem kommenden Reglement testet, gibt es von Hyundai bislang keine offizielle Festlegung, wie das Programm ab 2027 aussehen soll.
Rund sechs Monate vor dem Ende der laufenden Saison und damit auch vor dem Auslaufen der Rally1-Ära bleibt die Zukunft des südkoreanischen Herstellers offen. Sportdirektor Andrew Wheatley deutete im Gespräch mit Autohebdo nun zumindest an, dass Hyundai die Entwicklung des i20 N Rally2 weiter vorantreiben will.
„Es handelt sich um ein Evolutionsprogramm, mit dem wir mehr Entwicklungsarbeit am Rally2-Auto leisten wollen. Wir haben den Rally2 in diesem Jahr ziemlich intensiv für Reifentests genutzt und um unseren Fahrern zusätzliche Kilometer zu ermöglichen“, sagte Wheatley.

Die Rückmeldungen seien positiv ausgefallen. „Hoffentlich können wir darauf aufbauen und vor allem unsere Kunden weiter unterstützen, während wir die Performance des Rally2-Autos verbessern“, erklärte Wheatley.
Auf die Frage, ob daraus eine umfassend überarbeitete Step-3-Version entstehen könnte, trat Wheatley auf die Bremse. Wahrscheinlicher sei eine weniger weitreichende Weiterentwicklung des aktuellen Fahrzeugs. „Ich denke, es wird eher eine Evolution des bestehenden Autos. Vielleicht ein Step 2.5 statt eines Step 3.“
Die Entwicklung solle dennoch konsequent weiterlaufen. „Der Plan ist, das Rallyeauto so weit wie möglich weiterzuentwickeln. Entwicklung hört nie auf, und die Kundensport-Abteilung von Hyundai Motorsport arbeitet sehr hart daran.“
Vorsichtiger äußerte sich Wheatley zur Frage, ob dieses Auto die Grundlage für Hyundais künftiges WM-Programm bilden könnte. „Ich glaube nicht, dass wir schon so weit sind. Es gibt noch ein wenig Arbeit zu erledigen.“
Damit bleibt offen, ob Hyundai ab 2027 weiter als offizieller Hersteller in der Rallye-WM auftritt oder seine Rolle neu definiert. Ein mögliches Szenario wäre eine stärkere Ausrichtung auf Kundensport, ähnlich wie Skoda es in den vergangenen Jahren in der WRC2 vorgemacht hat.
Hyundai könnte sich dann darauf konzentrieren, private Teams mit Fahrzeugen und technischer Unterstützung zu versorgen, ohne selbst als Werksteam in der Weltmeisterschaft anzutreten.

