Neuer Promoter

FIA will WRC-Frage binnen drei Wochen klären

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem hat eine Entscheidung über die Zukunft der Rallye-WM in Aussicht gestellt. Der seit Monaten offene Prozess um den künftigen Promoter des WRC soll nach seinen Angaben innerhalb von zwei bis drei Wochen abgeschlossen werden.

15. Juni 2026

Michael Heimrich

FIA will WRC-Frage binnen drei Wochen klären

Seit rund einem Jahr sucht die FIA nach einer neuen Lösung für die kommerziellen Rechte der Rallye-WM, die bislang bei Red Bull und KW25 liegen. Laut AutoHebdo soll ein von Ex-F1-Teamchef Eric Boullier geführtes Konsortium, zu dem unter anderem der französische Mobilitätskonzern Cosmobilis gehört, künftig eine zentrale Rolle übernehmen. Eine offizielle Bestätigung steht bislang aus.

Wegen der langwierigen Suche nach einem neuen Besitzer des WRC-Promoters wurde FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem am Rande der 24 Stunden von Le Mans ungewöhnlich deutlich: „In den kommenden Tagen werde ich die Themen im Zusammenhang mit einer der Disziplinen abschließen, die mir am meisten am Herzen liegt: dem Rallyesport. Die WRC-Akte wird innerhalb von drei Wochen geregelt sein. Sie können das schreiben: Sollte das nicht der Fall sein, trage ich allein die Verantwortung.“

Nach seiner Darstellung brauche die Rallye-WM keine kurzfristige Reparatur, sondern eine grundlegende Neuaufstellung. Deshalb habe die FIA auch den zeitlichen Rahmen überdacht. Ursprünglich war demnach ein neuer Promoter für sieben Jahre vorgesehen, doch Ben Sulayem hält diesen Zeitraum für zu kurz. Die FIA wolle nicht in sieben Jahren erneut vor derselben Frage stehen, sondern mit einem aktiven Promoter langfristig aufbauen.

Die Kosten sollen runter

Auch zum neuen technischen Reglement ab 2027 nannte Ben Sulayem konkrete Eckpunkte. Die Topklasse soll künftig aus Rally2-Fahrzeugen und neuen WRC-2027-Autos bestehen, deren Kosten gedeckelt werden. Ein neues Fahrzeug soll laut Ben Sulayem etwa 350.000 Euro in der Herstellung kosten. Der Einsatz von drei Autos solle künftig bei rund 25 bis 30 Millionen Euro pro Jahr liegen, statt wie bisher bei bis zu 70 Millionen Euro pro Saison.

Neuer Anlauf im TV

Ziel ist eine deutlich niedrigere Einstiegshürde für Hersteller, Teams und Veranstalter. Die Autos sollen günstiger in der Produktion und im Betrieb werden, zugleich will die FIA Geld in die Rallye-WM investieren. Auch das Format soll sich verändern. Gemeinsam mit dem neuen Promoter will die FIA Themen wie TV-Verbreitung und Kommunikation neu ausrichten.

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