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Baumschlager driftet zum Sieg

Baumschlager gewinnt die 22. Jänner Rallye mit 1:14.5 Minuten Vorsprung auf Kopecky. Rosenberger schnellster in der Gruppe N nach fulminanten Endspurt.

<strong>Josef Beres:</strong> Durch den Ausfall von Valousek wird der Slowake Fünfter

Die 22. Auflage der IQ Jänner Rallye wird wohl in die Geschichte dieses Klassikers eingehen. 120.000 Fans waren an beiden Tagen ins Mühlviertel gepilgert, um den Saisonauftakt der heimischen T-Mobile Rallyemeisterschaft und gleichzeitig den ersten Lauf für das tschechische Championat zu erleben.

 

Die beiden Organisationsleiter des RC Mühlviertel Christian Weissengruber und Ferdinand Staber hatten viel Grund zur Freude: "es war ein Sieg für den gesamten Rallyesport in beiden Ländern. Es war richtig unsere tschechischen Freunde einzuladen, um einen gemeinsamen Meisterschaftslauf zu organisieren und es war richtig den Status der Europameisterschaft zurückzulegen, um den Start der WRC-Fahrzeuge damit sicher zu stellen. Bemerkenswert waren die vielen sehr disziplinierten Fans aus beiden Ländern, wir können dafür nur Danke sagen. Dies gilt auch für die mehr als 500 Mitarbeiter der IQ Jänner Rallye, die ebenfalls für diesen Erfolg verantwortlich zeichnen," erklärte stellvertretend Christian Weissengruber.

 

Die Fans hatten ihr Kommen nicht zu bereuen. Sie sahen bei schwierigen, winterlichen Bedingungen, Rallyesport vom Feinsten. Sportliches Glanzlicht war der einsame Kampf des Löwen aus Rosenau, Raimund Baumschlager gegen die PS schwangere Phalanx von WRC-Autos aus Tschechien, Polen und der Slowakei. Für Baumschlager war es einer der schönsten Siege in seiner langen erfolgreichen Karriere: "Ich kann nur sagen, ich bin glücklich und zugleich auch müde. Die beiden Tage haben mich geschafft. Es war unheimlich schwer so gleichmäßig ohne Fehler auf diesem schwierigen Terrain schnell zu sein. Meine Konkurrenten, an der Spitze mit Jan Kopecky, haben mich bis zum Äußersten gefordert. Das ich mit meinem schon betagten Mitsubishi gegen die WRC`S gewonnen habe, freut mich ganz besonders."

 

Verfolger Jan Kopecky war ein fairer Verlierer: "Ich muss Raimund gratulieren, er hat mit einer sehr konstanten Leistung auf Eis und Schnee verdient gewonnen." Vaclav Pech junior und vor allem auch Tomas Enge haben für viel Bewegung in der Rallye gesorgt. Pech verlor Zeit durch einen Ausritt und einen Überschlag, Enge erzielte sechs Bestzeiten, verlor aber mehr als vier Minuten durch ein Getriebeproblem. Der Pole Kuzaj, der lange Zeit an zweiter Stelle lag, musste durch einen Unfall auf der SP 9 aufgeben. Beppo Harrach, der erstmals in der Gruppe A unterwegs war, scheiterte schon auf der SP 1 an einem schneebedeckten Randstein. Erwähnenswert auch die Leistung von Lokalmatador Bernhard Jahn als Zwölfter, sowie Johann Holzmüller der 13.ter wurde.

 

Für viel sportliche Challenge sorgten die österreichischen Gruppe N Piloten. Nachdem der Deutsche Meister Hermann Gassner und der slowakische Meister Tibor Cserhalmi durch Ausritte zeitmäßig weit zurückfielen, lieferten sich Ernst Haneder, Karim Pichler, Martin Zellhofer, Kris Rosenberger und Franz Wittmann junior ein einen tollen Fight. Zellhofer musste aufgeben, Wittmann fiel nach Ausritt gegen Ende der Rallye weit zurück. Die endgültige Entscheidung um den Gruppe N-Sieg fiel erst auf der letzten Sonderprüfung im Aisttal. Der große Routinier Kris Rosenberger konnte dabei mit der viertbesten Gesamtzeit den Gruppe N Sieg vor Karim Pichler und Ernst Haneder sicherstellen. "Ich habe mit dem Schlussangriff bis zur letzten SP gewartet, das hat sich jetzt sichtlich ausgezahlt", freute sich Rosenberger über seine ersten vollen Meisterschaftspunkte mit dem neuen Subaru.

 

Die Dieselwertung endete mit einem Erfolg des jungen Salzburgers Manfred Pfeiffenberger (Seat) vor Hannes Danzinger und Christian Lippitsch (beide auf VW). Pokalsieger Andreas Waldherr hatte ganz einfach verwachst und hat nach vielen Ausritten resigniert aufgegeben. Die erstmals von der OSK ausgeschriebene Juniorenwertung holte sich der Kärntner Marcus Leeb (Citroen Saxo) vor dem Tschechen Vytasek (Honda) und den beiden Österreichern Oliver Apfelthaler (Honda) und Markus Weissengruber (Citroen).

 

Endstand der IQ Jänner Rallye 2004 nach 17 Sonderprüfungen:

1. Raimund Baumschlager/Klaus Wicha A/D Mitsubishi 3:01:56,6

2. Jan Kopecky/Filip Schovanek CZ Skoda WRC + 1:14,5

3. Vaclav Pech/Petr Uhel CZ Ford WRC + 3:56,0

4. Tomas Enge/ Petr Gross CZ Ford WRC + 4:25,1

5. Jozef Beres/Jaroslav Palivec SK/CZ Hyundai WRC + 6,19,5

6. Kris Rosenberger/Sigi Schwarz A Subaru 1. Grp N + 7:12,2

7. Karim Pichler/Markus Seifried A Mitsubishi 2. Grp N + 7:23,9

8. Ernst Haneder/Tamara Jabornig A Mitsubishi 3. Grp N + 7:47,5

9. Hermann Gassner/ K.Thannhäuser D Mitsubishi 4.Grp.N + 11:45,3

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