Uwe Nittel: Driften im Sechstonner

Rallye-Profi Uwe Nittel will es wissen. Der Driftkönig startet am Wochenende in einem Race-Tuck auf dem Nürburgring.

17. Juli 2009

Michael Heimrich

Uwe Nittel: Driften im Sechstonner

„Das ist fast wie Rallye fahren“, strahlte der Schwabe Uwe Nittel nach seinen ersten Runden im Iveco Stralis Race-Truck. „Wie beim Rallyeauto musst du den Wagen vor der Kurve querstellen und dann im Slide hindurch.“

Bei seinen Fahrerlehrgängen für Mitsubishi im finnischen Winter traf der Rallye-Profi und Fahrinstruktor auf Werner Lenz aus Plaidt in der Eifel. Der dreifache Truck-Europameister war fasziniert von der Hatz durch die finnischen Wälder an der Seite Nittel’s im Allrad-Lancer. „Ich konnte ihm die Faszination des Rallye-Sports näher bringen, da wollte er mir auch zeigen, wie spannend Motorsport mit sechs Tonnen schweren LKW sei kann“, erklärte Nittel die Gründe für seine Kontakte mit der driftenden LKW-Szene.

Die erste Ausfahrt im 850-PS-Laster brachte dem schwäbischen Technikfreak beachtliche Erkenntnisse: Zwar ist bei den Race-Tucks die Top-Speed reglementsbedingt bei 160 km/h abgeriegelt, aber die Beschleunigung von 60 bis 160 erledigt der Sechstonner dank seiner gigantischen Drehmomentwerte in rund sechs Sekunden. „Selbst ein gut gemachter Porsche 911 braucht da länger!“ Was Nittel mindestens genau so faszinierte war die Erkenntnis, „die Bremspunkte liegen fast noch später wie im Rennauto.“ Mit einem breiten Grinsen erklärte der Inhaber der Rallyeschule drift&drive: „es ist einfach gigantisch im 15. Gang einen Drift auszulösen.“

Ohne den Reiz eines Wettbewerbes mag der Rallye-Profi selbst einen Sechstonner nicht bewegen, denn sein Eindruck nach dem ersten Test, „das macht Lust auf mehr.“ So nahm er das Angebot von Werner Lenz an, dessen Iveco Stralis beim ADAC Mittelrhein-Cup im Rahmen des Truck Grand-Prix
(24.-26.07.09) auf dem Nürburgring an den Start zu bringen. Bei den Rennen trifft Nittel auch auf Hans-Joachim ‚Striezel’ Stuck, der sich ebenfalls auf die ‚Riesen-Gaudi’ freut. „An die Dimensionen des Iveco muss ich mich noch gewöhnen“, bekennt der Schwabe. „Nach 14 Jahren 24-Stunden-Rennen dachte ich, ich kenne den Nürburgring. Aus dem LKW-Cockpit hab ich jetzt eine ganz andere Perspektive und es ist wesentlich übersichtlicher“, fügt er schmunzelnd hinzu.

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