ADMV-RM & Schotter-Cup

Liebehenschel auch bei der Roland-Rallye vorn

Auch beim zweiten Lauf zum Schotter-Cup 2026 stehen Dark Liebehenschel und Linus Noll ganz oben auf dem Treppchen. Der Schwede Stig Andervang und der Tscheche David Tomek sorgen für ein internationales Podium.

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21. April 2026

Alfred Gorny

Die 54. ADAC-Roland-Rallye führt über 60 WP-Kilometer mit 66% Schotter. Das Rallyezentrum am Scheunenhof bietet viel Platz für Teilnehmer und Tross, es herrscht – zunächst – sonniges und warmes Frühlingswetter. Der Samstag beginnt mit einem Zwischenfall: Beim Besichtigen ist im Dorf Bielen der Weg zur WP 1 versperrt, weil die Feuerwehr ein brennendes Gebäude löscht.

Aber alle Teilnehmer finden in den schmalen Sträßchen einen Weg am Brand vorbei und können die drei WP-Strecken, die mit Gräder und Schotter gut hergerichtet sind, entspannt abfahren. Und dann passiert etwas Unfassbares: Die Roland-Rallye läuft wie am Schnürchen ab. Keine Unfälle, keine Unterbrechungen, keine Lücken im Feld, keine „fairen Zeiten“ am grünen Tisch. Der Parc Fermé wird zügig aufgehoben, damit mehrere Teilnehmer am Sonntag noch bei Rallyesprint bzw. Slalom antreten können. Die Siegerehrung im Zelt startet pünktlich bei guter Stimmung und viel Beifall für die Sieger und Platzierten.

Packender Dreikampf an der Spitze

62 Crews rollen zur Mittagszeit durch den Startbogen. Sofort entbrennt der erwartete Dreikampf an der Spitze. Auf dem neuen 7 km langen Sprint zwischen Bielen, Himmelgarten und Nordhausen setzen Dark Liebehenschel und Linus Noll im Skoda Fabia Rally2 die Bestzeit, nur zwei Zehntel schneller als Stig Andervang und Steffi Fritzensmeier im Hyundai i20 Rally2. Herbert Lösch und Lara Quast (Skoda Fabia R5) sind als Dritte in Schlagdistanz und gewinnen dann die WP 2 zwischen Sundhausen und Werther mit dem kleinen Schotter-Rundkurs am Anfang und dem langen, teils sauschnellen Auslauf mit wechselnden Belägen. Liebehenschel und Andervang folgen in Sekundenabständen.

Der seit Jahren bekannte Rundkurs an der Apostelbrücke erlebt die zweite Bestzeit von Liebehenschel. Lösch folgt dichtauf, während Andervang im Staub das Risko meidet und fast 10 Sekunden einbüßt. Zur Halbzeit führt Liebehenschel mit 6 Sekunden vor Lösch und 12 Sekunden vor Andervang. Die Tschechen David Tomek und Roman Švec streiten sich um den ersten Platz bei den Verfolgern mit ihren Skoda-Kollegen Christopher Gerhard und Vanessa Dagge, die allerdings einem 15-Sekunden-Verlust hinterher rennen nach einem verpassten Abzweig in WP 1. Dadurch liegt er knapp hinter dem NC1-Mitsubishi der Finnen Rasmus Tuominen und Tuomas Pöntinen, aber deutlich vor dem nächsten Mitsubishi von Raphael Ramonat und Karina Derda.

Ausrutscher von Lösch

Die zweite Schleife bringt sofort eine Vorentscheidung: Lösch verbremst sich an einem Abzweig, würgt den Motor ab, ein klemmender Anlasser stoppt die Weiterfahrt. Erst als Liebehenschel und Andervang die Stelle passiert haben, können Streckenposten den Fabia anschieben – fast 3 Minuten hat Lösch verloren. Andervang setzt die Bestzeit, doch Liebehenschel und Tomek fliegen in der gleichen Sekunde durchs Ziel.

Wie von den Wetterfröschen vorausgesagt, beginnt es mit dem Start zur WP 5 zu regnen, teilweise heftig. Liebehenschel erzielt seine dritte Bestzeit, Andervang braucht nur 2 Zehntel mehr. Der Schwede macht mit der Bestzeit auf dem 14-km-Klassiker „Apostelbrücke“ zwar noch 4 Sekunden gut, aber auf den Spitzenreiter fehlen ihm 7 Sekunden, zu denen noch 10 Sekunden für eine verschobene Schikanen-Bake kommen. Tomek fährt mit fehlerfreier Leistung auf den dritten Podiumsplatz. Gerhard fängt sich noch einen Plattfuß ein und muss Tuominen wieder vorbeiziehen lassen.

Der 25-jährige Finne scheucht den alten Evo 9 von Petri Reinikainen (der im Fiesta R5 wegen schwankenden Benzindrucks keine Rolle spielt) in großartiger Manier über den Schotter, fährt auf Rang 4 und nimmt dem zweitplatzierten Raphael Ramonat eine knappe Minute ab. Rudi und Simone Weileder werden Dritte in der NC1 und Achte insgesamt – genau wie beim Auftakt in Wittenberg.

Schulze klarer Gewinner bei den 2WD-Autos

Eine herausragende Leistung zeigt Fabian Schulze im Peugeot 208 Rally4. Bei seinem Heimspiel ist er natürlich besonders motiviert, ist auf allen sechs WPs schnellster Nicht-Allradler und gewinnt mit Copilotin Clara Bettge die Klasse RC4 und die Fronttriebler Wertung mit 1:24 Minuten Vorsprung auf Uwe Joachim und Stephan Schneeweiß im Opel Corsa Rally4. Drittschnellste 2WD-Crew sind Yannik Keller und Lilly Kunz, die im Ford Fiesta ST die 2-Liter-Klasse NC3 ebenso überlegen gewinnen wie die Junior-Wertung.

Überraschend fahren Torsten Brunke und Normen Standke im VW Golf auf Platz 2 vor Ronny Broda und Matthias Eben im BMW 318is, die den Pokal für den besten Hecktriebler gewinnen. Fast hätte es hier eine Sensation gegeben, denn Ingo Höppner fährt mit dem 45 Jahre alten und 1800 kg schweren Mercedes 500 SL die ersten beiden Heck-Bestzeiten, doch dann macht ein Stoßdämpfer nach dem anderen schlapp.

Die Lokalmatadoren Max Becker und Christian Straach (VW Polo) sichern sich in der 1600-cm³-Klasse die Siegerpokale. Mit Minutenabstand folgen der 17-jährige Ian Hayn und sein Co Jean Ihlefeldt (Suzuki Swift). Weitere Klassensieger sind Björn Becker im Audi 90 Quattro (NC2), Alexander und Cornelia Klemm im Fiat Cinquecento (NC5), André Raupach und Clara Wildgrube im Toyota Yaris (NC6) sowie Norbert Meyer und Steffen Schrön im Volvo 940 (NC9).

Von den 62 gestarteten Crews erreichen 46 das Ziel. Das sind exakt die gleichen Zahlen wie beim gleichzeitigen DRC-Lauf Ostalbrallye mit 100% Asphalt.

45 Minuten vor dem Rallye-70-Feld sind zwölf Crew zur 18. Roland-Gleichmäßigkeitsprüfung gestartet. Das Ehepaar Ralf und Monique Glöckner-Goldmann im 95er BMW 318 gewinnt mit der Winzigkeit von 4 Hundertstelsekunden vor den westfälischen Gästen Hans-Jürgen Kirschbaum und Erik Elges im 1983er Golf. Auf Platz 3 landen die amtierenden AHRC-Meister Patrick Querner und Sebastian Geisler im 1995er Fiat Cinquecento.

Ergebnis 54. ADAC-Roland-Rallye Nordhausen am 18. April 2026

1Dark Liebehenschel / Linus NollSkoda Fabia Rally234:58,5
2Stig Andervang / Steffi FritzensmeierHyundai i20N Rally2+17,4
3David Tomek / Roman SvecSkoda Fabia Rally2+55,1
4Rasmus Tuominen / Tuomas PontinenMitsubishi Evo 9+1:20,5
5Christopher Gerhard / Vanessa DaggeSkoda Fabia R5+1:26,2
6Raphael Ramomat / Karina DerdaMitsubishi Evo 10+2:13,8
7Herbert Lösch / Lara QuastSkoda Fabia R5+2:57,0
8Rudi Weileder / Simone WeilederMitsubishi Evo 8+2:19,0
9Fabian Schulze / Clara BettgePeugeot 208 Rally4+3:10,3
10Michael Gerber / Josephine FingerSubaru Impreza GT+3:33,1
11Nico Rostalski / Thomas PuchtaSubaru Impreza STI+3:36,2
12Petri Reinikainen / Timo HalliaFord Fiesta R5+3:42,4

Schotter-Cup: Liebehenschel vor Keller

Dass ein RC2-Team die Schotter-Cup-Wertung anführt ist ungewöhnlich, denn in den letzten Jahren war die Starterzahl in dieser Klasse meist so klein, dass der Sieger nicht an die hohen Punktzahlen der stark besetzten Klassen NC3 oder NC1 nicht herankam. Doch bei den ersten Läufen der Saison 2026 treten jeweils sechs Boliden an, so dass die Doppelsieger Dark Liebehenschel und Linus Noll auch kräftig Punkte sammeln.

Nicht ungewöhnlich sind dagegen die zwei NC3-Fahrer auf den Verfolgerplätzen: Yannik Keller und Ronny Broda gewinnen in Nordhausen die Front- und Hecktriebler-Kategorie. Das Wertungssystem erlaubt auch Gruppe-G-Autos gute Chancen, erkennbar an den Top-Plätzen für André Raupach und Norbert Meyer.

Zwischenstand: 1. Liebehenschel 1085, 2. Keller 1051, 3. Broda 1002, 4. Schulze 990, 5. Raupach 980, 6. Mayer 971, 7. M.Becker 965, 8. Weileder 945, 9. Hayn 879, 10. Brunke 870. Junioren: 1. Keller, 2. Hayn, 3. Wagner. Einsteiger: M.Becker

ADMV-Meisterschaften

Nach zwei von sechs Läufen liegen Yannik Keller und Lilly Kunz in beiden Wertungen der ADMV-Serie an der Spitze, jeweils gefolgt von Raphael Ramonat und Karina Derda. In den beiden Regionalmeisterschaften führen Ramonat und Volvo-Pilot Norbert Meyer.

Meisterschaft: 1. Keller 1871, 2. Ramonat 1830, 3. Schulze 1467, 4. Brunke 1414, 5. Bayer 1300, 6. Wagner1220, 7. Tannert 1033, 8. Kunze 975. Pokal: 1. Keller 1531, 2. Ramonat 1490, 3. Meyer 1475, 4. Liebehenschel 1470, 5. Raupach 1417, 6. Hayn 1363, 7. Schulze 1292, 8. Brunke 1234

Nächste Läufe: Fontane-Rallye Neuruppin am 9. Mai (ADMV-RM) und Holsten-Rallye am 1. August (Schotter-Cup)

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