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Steuerhinterziehung in Ungarn

Der Start in die ungarische Rallyemeisterschaft 2026 verläuft ungewöhnlicher als in den vergangenen Jahren. Die Folgen der im vergangenen Jahr eingeleiteten Steuerermittlungen gegen mehrere namhafte Rallye-Teams wirken nach.

20. März 2026

Christian Doerr

Steuerhinterziehung in Ungarn

Erste Informationen wurden im Oktober 2025 bekannt, als der international bekannte Pilot Norbert Herczig ins Visier der Behörden geriet. Die Nationale Steuer- und Zollverwaltung (NAV) leitete gegen seine Motorsport-Unternehmen ein Verfahren wegen Steuerbetrugs in Höhe von mehr als 500 Millionen Forint ein – das entspricht rund 1,3 Millionen Euro. In dem Strafverfahren sehen sich derzeit 20 Verdächtige mit Anklagen konfrontiert.

Im November folgte eine weitere groß angelegte Untersuchung. Aufgrund des Verdachts auf Steuerbetrug in Höhe von rund 1,2 Milliarden Forint (etwa 3,1 Millionen Euro) leitete die Zentrale Ungarische Kriminaldirektion des NAV Ermittlungen gegen mehrere Personen und Organisationen mit Verbindungen zum Motorsport ein. Während der Razzien wurden mehr als 90 Orte durchsucht. Dabei stellten die Behörden Bargeld, Kryptowährungen, Luxusautos, Boote, Flugzeuge, hochwertige Uhren sowie Immobilien sicher. An einigen Orten wurden zudem Drogen und Waffen gefunden. Rund 450 Einsatzkräfte waren an den Ermittlungen und Beweissicherungen beteiligt.

Die NAV ermittelt in diesem Zusammenhang wegen gewerbsmäßig begangenen Steuerbetrugs, bei dem eine kriminelle Vereinigung einen besonders hohen finanziellen Schaden verursacht haben soll. Der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Budakörnyék ordnete die Festnahme von zehn Verdächtigen sowie die strafrechtliche Überwachung einer weiteren Person an.

Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei den Hauptbeschuldigten um einen Vater und seine Tochter, die gemeinsam an Wettbewerben teilnahmen. Die Tochter wurde nicht in Untersuchungshaft genommen, sondern unter Hausarrest gestellt. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf, dass die Beschuldigten im Rahmen ihrer Werbe- und Handelstätigkeit zwar reale Dienstleistungen für zahlreiche Geschäftspartner erbracht haben, jedoch mithilfe fingierter Rechnungen ihre Umsatzsteuerlast künstlich reduzierten.

Laut Zoltán Szujó, Vorsitzender des Ungarischen Nationalen Motorsportverbandes, besteht die Sorge, dass die öffentliche Wahrnehmung des Rallyesports durch die Ereignisse nachhaltig Schaden nehmen könnte. „Auch der ungarische Rallyesport muss durchs Fegefeuer gehen“, erklärte er.

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