Seit 2021 fährt Opel seinen elektrischen Rallye-Markenpokal. Nach dem Einsatz des Opel Corsa Rally Electric kommt seit dieser Saison der Opel Mokka GSE Rally zum Einsatz. Das Fahrzeug leistet bis zu 281 PS und nutzt eine 400-Volt-Gleichstrom-Architektur. Die maximale Ladeleistung liegt je nach Zustand bei rund 100 bis 110 kW.
Für die Saison 2026 wurde die Ladeinfrastruktur weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Remote Charging. Dabei müssen die Fahrzeuge zum Nachladen nicht zwingend in den zentralen Ladepark zurückkehren, sondern können an mobilen Ladepunkten zwischen den Wertungsprüfungen geladen werden. Dadurch lassen sich längere Rallye-Etappen und mehr WP-Kilometer abdecken.
„Unsere mobile Ladeinfrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren als leistungsstark, zuverlässig und flexibel erwiesen. Im nächsten Schritt ging es darum, die Anzahl der Wettbewerbskilometer für unsere Teilnehmer zu maximieren und gleichzeitig den logistischen Aufwand zu minimieren“, erklärt Opel-Motorsportchef Jörg Schrott.
Neue Ladetechnik für volle Distanz
Die Ladepunkte werden auf batterieelektrisch betriebenen Sattelzügen an die jeweiligen Einsatzorte gebracht. Pro Truck stehen acht mobile Ladeeinheiten zur Verfügung, über die bis zu 16 Rallyeautos gleichzeitig geladen werden können. Die Ladestationen verfügen über interne Speicher und liefern bis zu 250 kW Ladeleistung, aufgeteilt auf zwei Anschlüsse mit jeweils 125 kW.
Im Hauptladepark sind die Säulen mit einem Pufferspeicher verbunden. Dieser wird über einen 63-Ampère-Anschluss gespeist und zusätzlich durch einen größeren Batteriespeicher abgesichert. Bei hoher Auslastung soll der Puffer helfen, die Ladeleistung stabil zu halten. Unterwegs können die Ladetrucks mit ihren eigenen Batterien ebenfalls Energie in das System einspeisen. Die Ladevorgänge werden softwareseitig überwacht, sodass Teams und Servicepersonal den Status der einzelnen Ladepunkte verfolgen können.
Der praktische Nutzen des Systems soll sich bei der Rallye Weiz am 17. und 18. Juli zeigen. Dort bestreiten die Fahrzeuge des Cups erstmals alle elf Wertungsprüfungen. Damit werden die Mokka GSE Rally auch im Gesamtklassement geführt und lassen sich direkt mit konventionell angetriebenen Rallyefahrzeugen vergleichen.
„Bei der Rallye Weiz werden unsere Mokka GSE Rally erstmals ebenso viele WP-Kilometer fahren können wie die Verbrenner“, sagt Schrott. Für Opel und den ADAC ist das ein wichtiger Schritt, um den elektrischen Markenpokal näher an den Ablauf klassischer Rallyes heranzuführen.

