Was Hermann Neubauer auf der ersten Prüfung, dem Rundkurs Gaal – Hammergraben, begann, brachte er auf der 15. und letzten Prüfung Möderbrugg souverän ins Ziel. Der Toyota-Pilot bestimmte über weite Strecken das Tempo und setzte insgesamt acht Bestzeiten. Am Ende lag Neubauer 28,8 Sekunden vor Michael Lengauer, der erstmals im Citroën C3 Rally2 unterwegs war.
Lengauer kam im Verlauf der Rallye immer besser mit seinem neuen Einsatzfahrzeug zurecht und setzte sieben Prüfungsbestzeiten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Neubauer seinen Vorsprung allerdings bereits verwaltet und den Gesamtsieg im Blick.
„Hier zu gewinnen war nicht so leicht, wie es vielleicht ausgeschaut hat“, sagte Neubauer. „Ich bin eigentlich mit dem Ziel hergekommen, Spaß an der Freud zu haben. Das ist mir offensichtlich gut gelungen. Wichtig war es, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Denn ich hatte immer im Hinterkopf, dass ein kleiner Fehler genügt, und ein Toppilot wie Michael Lengauer nützt das aus. Zum Glück sind wir relativ fehlerfrei geblieben.“
Auch Lengauer zog ein positives Fazit. „Wir sind mit einem für uns neuen Fabrikat hergekommen und wollen so schnell wie möglich so viel wie möglich darüber lernen. Ich habe gewusst, wenn bei Hermann alles passt, kann ich hier unter den gegebenen Umständen nicht mithalten. Er ist eine sehr gute Rallye gefahren, daher gratuliere ich ihm herzlich. Für mich war es wichtig, das Auto heil ins Ziel zu bringen und so viele Kilometer wie möglich damit abzuspulen. So gesehen bin ich mit dem zweiten Platz sehr happy.“
Hinter dem Führungsduo lieferten sich Luca Waldherr im Citroën C3 Rally2 und Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager im Skoda Fabia Rally2 ein enges Duell um den letzten Podestplatz. Zwischenzeitlich lag nur eine halbe Sekunde zwischen beiden. Am Ende hatte Waldherr das bessere Finish und sicherte sich Rang drei.
„Ich bin sieben Monate keine Rallye gefahren, habe erst vor kurzem erfahren, dass ich hier mit einem Rally2-Auto an den Start gehen kann und stehe jetzt auf dem Podest“, sagte Waldherr. „Was soll ich da viel sagen, außer dass ich sehr glücklich darüber bin.“
Zellhofer setzt sich in der ORM2 durch
In der ORM2 entwickelte sich wie zuletzt im Lavanttal ein enger Kampf um den Sieg. Christoph Zellhofer trat im Suzuki Swift ZMX Prototyp gegen die leichteren Renault Clio Rally3 von Günther Knobloch, Maximilian Lichtenegger und Roland Stengg an.
Zellhofer bestimmte den ersten Tag, Knobloch weite Teile des zweiten. Lichtenegger schied auf der sechsten Sonderprüfung nach einem Ausritt vorzeitig aus, Stengg verlor am nassen Samstagvormittag die Konstanz vom Vortag. Am Ende setzte sich Zellhofer durch und gewann vor Knobloch und Stengg.
Neulinger bleibt in der ORM3 ungeschlagen
In der ORM3 setzte Marcel Neulinger seine Siegesserie fort. Nach Erfolgen in Freistadt, Leutschach und Wolfsberg gewann der Titelverteidiger aus Oberösterreich auch in Judenburg. Im pinkfarbenen Lancia Ypsilon Rally4 fuhr Neulinger auf allen 15 Sonderprüfungen Klassenbestzeit.
Sein erster Verfolger Simon Seiberl, früherer 2WD-Staatsmeister, hatte im Peugeot 208 Rally4 am Ende fast zwei Minuten Rückstand. Durch den Sieg in Judenburg ist Neulinger auch in der Junioren-Staatsmeisterschaft auf klarem Kurs zur Titelverteidigung.
Wagner gewinnt bei den Historischen
In der Historischen Meisterschaft entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Karl Wagner im Porsche 911, Patrick Gaubinger im Audi Quattro und Martin Karlhofer im Lancia Delta Integrale. Zeitweise mischte auch Horst Stürmer, ebenfalls im Audi Quattro, in der Spitzengruppe mit. Technische Defekte beendeten seine Rallye jedoch an beiden Tagen vorzeitig.
Damit blieb der Kampf zwischen Wagner, Gaubinger und Karlhofer. Je nasser und rutschiger die Bedingungen wurden, desto enger rückte das Trio zusammen. Gaubinger kam zunächst bis auf vier Sekunden an Wagner heran. Als die Strecken abtrockneten, setzte sich der fünffache Historic-Europameister wieder ab. Dahinter zog Karlhofer noch an Gaubinger vorbei und beendete die Rallye auf Rang zwei.
Ergebnis Rallye Judenburg 2026
| 1 | Hermann Neubauer / Ursula Gaßner | Toyota GR Yaris Rally2 | 1:19:14.4 |
| 2 | Michael Lengauer / Jürgen Rausch | Citroen C3 Rally2 | +27.4 |
| 3 | Luca Waldherr / Claudia Maier | Citroen C3 Rally2 | +1:32.5 |
| 4 | Raimund Baumschlager / T. Zeltner | Skoda Fabia RS Rally2 | +1:47.2 |
| 5 | Martin Zellhofer / André Kachel | Ford Fiesta Rally2 | +3:07.6 |
| 6 | Peter Hopf / Stefan Heiland | Ford Fiesta Rally2 | +3:49.0 |
| 7 | Christoph Zellhofer / A. Seidl | Suzuki Swift ZMX | +4:28.2 |
| 8 | Kris Rosenberger / Siegfried Schwarz | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | +4:47.5 |
| 9 | Günther Knobloch / Erik Fürst | Renault Clio Rally3 | +4:57.8 |
| 10 | Marcel Neulinger / Jakob Ruhsam | Lancia Ypsilon Rally4 HF | +5:33.2 |
