Kahle auf geliehenem Gummi

Freud’ und Leid können bei der Dakar so nah beisammen liegen: Drei Reifenschäden haben Matthias Kahle auf der dritten Etappe eingebremst.

5. Januar 2011

Michael Heimrich

Kahle auf geliehenem Gummi

Nachdem das HS RallyeTeam am zweiten Tag noch die Allrad-Prototypen an der Spitze des Feldes aufgemischt hatte, erwischte es die Piloten Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann auf der dritten Speziale über 500 Kilometer faustdick. Die Dakar-Klassensieger von 2009 handelten sich auf der Prüfung gleich drei Reifenschäden ein. Das große Problem dabei: Der SMG-Diesel-Buggy führt nur zwei Ersatzreifen an Bord mit.

Als die Deutschen mit dem dritten Plattfuß am Straßenrand standen, hatten sie Glück im Unglück. SMG-Markenkollege Bernard Errandonea stoppte und überließ Kahle/Schünemann seinen zweiten Ersatzpneu – und das, obwohl er sich selbst schon einen „Platten“ eingefangen hatte. Mit geliehenem Gummi und einer gehörigen Portion Vorsicht setzten Kahle und Schünemann ihre Fahrt fort. Doch schon kurz darauf verlor ein weiterer Reifen kontinuierlich Luft. Glücklicherweise konnte die Crew hier das automatische Luftdrucksystem – das nur bei den Buggies erlaubt ist – einsetzen und den Pneu immer wieder befüllen.

Kahle/Schünemann erreichten das Etappenziel auf Platz 33 in der Tageswertung mit über 20 Minuten Rückstand auf den schnellsten Buggy-Piloten Pascal Thomasse (MD-Buggy). Durch den Rückschlag für das HS RallyeTeam sind die Buggy-Spitzenreiter ganz eng zusammengerückt. Kahle/Schünemann belegen die 22. Position in der Gesamtwertung und liegen nur 1.33 Minuten hinter Vorjahressieger Errandonea im baugleichen SMG-Diesel- Buggy. Isabelle Patissier (Dessoude), Pascal Thomasse (MD) und Ronan Chabot (SMG) liegen mit sechs, acht bzw. 14 Minuten Rückstand ebenfalls in Schlagdistanz.

Matthias Kahle: „Die ersten 50 Kilometer waren sehr schön zu fahren, danach war die Strecke unglaublich hart fürs Material. Das zweite Teilstück nach der neutralisierten Zone war wieder sehr schön und kurvenreich, das hat mich an die Akropolis Rallye in Griechenland erinnert. Besonders gegen Ende sind wir sehr vorsichtig gefahren, um nicht noch einen Reifen zu zerstören und weil der Motor in der Höhe etwas warmgelaufen ist. Morgen kann es eigentlich nur besser werden.“

GALERIE: Die Bilder der Dakar 2010 …

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