Eisiger Empfang für EM-Promoter in Ypern

Umgekehrte Verhältnisse in Ypern. Weil sich aus Sicht der Veranstalter die Europameisterschaft zurückentwickelt, knüpft man den weiteren Verbleib an Bedingungen.

23. Juni 2016

Michael Heimrich

Eisiger Empfang für EM-Promoter in Ypern

Noch vor kurzem erklärte EM-Manager Jean-Baptiste Ley wie falsch der Weg ist, den Skoda und Peugeot eingeschlagen haben, weil man sich für die WRC2 entschieden hat und der Europameisterschaft den Rücken kehrte. Nun kämpft Ley an der nächsten Front, denn spätestens mit dem Ausstieg der Jänner-Rallye wurde deutlich, dass auch auf Veranstalterseite nicht alles Gold ist was glänzt.
In Ypern kritisiert man die Serie mittlerweile öffentlich und stellt für die Zukunft klare Forderungen. „Wir sind enttäuscht von der Europameisterschaft. Sie entwickelt sich immer weiter zurück“, sagte Ypern-Manager Alain Penasse. „In den Zeiten der Interkontinentalen Rallye Challenge (EM-Vorgänger d. Red.) war das Interesse deutlich größer.“ Penasse kritisiert vor allem den Kalender und die Auswahl der Läufe, vor allem die Einsätze auf Inseln gehen nicht nur ins Geld, sondern kosten vor allem viel Zeit: „Ehe ein Auto von den Azoren zurückkommt, ist es schon zu spät für Ypern.“
Die Veranstalter der Ypern-Rallye wollen deshalb wissen, wohin die Reise künftig in der Europameisterschaft geht, ehe sie ihren Vertrag mit Ausrichter Eurosport Events verlängern. Weitere EM-Läufe machen ebenfalls Druck, denn die ständig steigenden Kosten für das Prädikat belasten das Budget jedes Jahr noch mehr. 
Zur Erleichterung von Penasse glänzt der belgische Klassiker in diesem Jahr wieder mit einem starken Feld. 101 Fahrer haben sich für die Ypern-Rallye angemeldet, knapp 30 R5 sorgen beim fünften von zehn EM-Läufen für den erhofften Wettbewerb. Kleiner Wermutstropfen: Europameister Kajto Kajetanowicz hat die Rallye in seinem Programm gestrichen und DMack zog die Nennung von Ott Tänak kurzfristig zurück. Trotz der beeindruckenden Zahl vermisst Penasse die großen Teams: „Wir brauchen Skoda und Peugeot zurück!“ – Ein Wunsch, den auch EM-Promoter Ley hat.

VIDEO: Highlights Ypern-Rallye

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