Zusammenfassung 2. Etappe: Tagessieg für Märtin vor Solberg

Das Finale der Rallye-Weltmeisterschaft in Wales geht in einen spannenden Endspurt. Nach dem unfreiwilligen Stopp der bisherigen Peugeot-Dominanz durch den Ausfall des klar führenden Weltmeisters Marcus Grönholm (Finnland) gab es am Samstag nach zwei von drei Etappen der Rallye Großbritannien eine knappe Entscheidung.

16. November 2002

Michael Heimrich

Zusammenfassung 2. Etappe: Tagessieg für Märtin vor Solberg

Mit nur 1,6 Sekunden setzten sich die Ford-Youngster Markko Märtin/Michael Park (Estland/Großbritannien) gegen die immer stärker attackierenden Subaru Impreza-Piloten Petter Solberg/Philip Mills (Norwegen/Großbritannien) durch. „Ich spüre keinen Druck. Ich versuche weiterhin so gut wie möglich zu fahren und genieße den Zweikampf mit Petter“, erklärte der Spitzenreiter. „Wenn ich durch einen Fahrfehler verlieren sollte, wäre ich natürlich enttäuscht. Sollte Petter schneller sein, werde ich ein fairer Verlierer sein.“

Nach 13 von 17 Prüfungen sind die Spanier Carlos Sainz/Luis Moya (Ford Focus/28,1 Sek. zurück) Dritte. Von den Ausfällen profitierten Armin Kremer/Dieter Schneppenheim (Friedrichsruhe/Alpen). Das letzte im Wettbewerb verbliebene deutsche Team rückte mit 9:24,8 Minuten Rückstand im Ford Focus auf den 17. Tagesplatz vor. „Durch spitze Steine waren die beiden rechten Reifen beschädigt. Die Moussefüllung hat funktioniert. Da jedoch vier Prüfungen ohne Service-Stopp gefahren wurden und wir nur ein Reserverad hatten, konnten wir nur ein Rad auswechseln und mussten mit dem beschädigten rechten hinteren Reifen weiterfahren. Das hat relativ viel Zeit gekostet“, berichtete der Mecklenburger am Abend.

Am Samstag hatten sich der souverän führende Champion Grönholm mit Beifahrer Rautiainen nach einem Fahrfehler überschlagen und mit ihrem Peugeot 206 aus dem Rennen verabschiedet. „Es war mein Fehler. Ich war unkonzentriert und an der sehr schmierigen Unfallstelle etwas zu schnell“, begründete der zweifache Weltmeister und fünfmalige Saisonsieger Grönholm seinen zweiten Ausfall in diesem Jahr. Damit wurde Grönholm um die Chance gebracht, den Saisonrekord des Franzosen Didier Auriol von 1992 mit sechs Siegen in einem Jahr zu egalisieren. Dafür aber stellte Peugeot in diesem Jahr eine neue Bestmarke auf. Das Löwen-Team errang 2002 acht Doppelsiege, so viel wie noch kein anderes Team in der seit 1973 ausgeschriebenen Marken-WM.

Zu Beginn der zweiten Etappe gaben die Deutschen Armin Schwarz/Manfred Hiemer (Oberreichenbach/München) auf. Nach einem durch einen gebrochenen Auspuff verursachten Brand im Heck des Hyundai Accent zog die Teamleitung die beiden wegen des Verdachts auf eine Rauchvergiftung zurück. Für Schwarz war dies – wenn auch unverschuldet – bereits der neunte Ausfall in diesem Jahr.

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