Wilson über WRC 2017: „Neuer Standard in Sachen Sicherheit“

Die neuen World Rally Cars legen nicht nur bei Optik und Leistung zu, auch in Sachen Sicherheit floß eine Menge Gehirnschmalz in die Fahrzeuge.

10. Oktober 2016

Michael Heimrich

Wilson über WRC 2017: „Neuer Standard in Sachen Sicherheit“

Nur noch wenige Wochen, dann beginnt in der Rallye Weltmeisterschaft ein neues Zeitalter. Mit der Einführung der dritten WRC-Generation soll für mehr Spektakel und Spannung gesorgt werden. 
Schon bei der Präsentation des neuen Fahrzeug-Konzepts fiel auch der Name „Gruppe-B“, schließlich will man mit den kommenden Autos an die bislang erfolgreichste Epoche des Rallyesports anknüpfen. „Es wird eine fantastische neue Ära und die Autos werden sehr, sehr spektakulär“, fiebert M-Sport-Chef Malcolm Wilson dem Saisonstart 2017 entgegen. 
Ein Fehler soll sich bei der Wiederbelebung des Gruppe-B-Gedanken jedoch nicht wiederholen: In Sachen Sicherheit werden die Autos neue Maßstäbe setzen. „Wir haben sehr viel in diesen Bereich investiert und das beruhigt mich enorm, denn die Fahrer und Beifahrer sind schließlich unser wertvollstes Kapital“, sagte Wilson.
Vor allem beim gefürchteten Seitenaufprall wurden deutliche Fortschritte erzielt. So wuchs der Platz für den speziellen Sicherheitsschaum, der im Falle eines Falles die Aufprallenergie absorbieren soll, von 200 auf 240 mm um 20 Prozent an. Um diesen vorgeschriebenen Wert einzuhalten mussten die Türen der neuen WRC nach außen gezogen werden. Auch durch die breiteren und verstärkten Schweller wurde der Seitenaufprallschutz gerade im Fußbereich noch einmal deutlich verbessert.

Bei den Sitzen machte die Entwicklung ebenfalls nicht halt. Sie sind noch sicherer, in dem zum Beispiel der Abstand zwischen Helm und Seitenwangen auf nur noch 50 mm pro Seite reduziert. Im Zusammenspiel mit HANS soll so eine starke Bewegung des Kopfes verhindert werden, was schwere Verletzungen nach sich ziehen könnte.
„Alle Teams treten gegeneinander an und jeder versucht zu gewinnen, aber in Sachen Sicherheit ziehen wir an einem Strang“, meinte Wilson, der sich bei einem schweren Unfall während der Schottland-Rallye 1980 beide Knöchel brach und noch heute an den Spätfolgen leidet. „Ich wünschte, die aktuellen Sicherheits-Standards hätten wir schon zu meiner aktiven Zeit gehabt.“

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