Werden World Rally Cars wieder größer?

Ab 2022 sollen World Rally Cars mit einem Hybridantrieb ausgerüstet werden. Noch ringen die Beteiligten um die technischen Daten, in einem Punkt scheint aber Einigkeit zu herrschen: Kleinwagen sind künftig kein Muss mehr.

23. Mai 2019

Michael Heimrich

Ein World Rally Car auf Basis eines SUV? In Zukunft durchaus denkbar, denn die Hersteller scheinen sich darüber einig zu sein, dass die besten Rallyeautos aller Zeiten nicht mehr nur aus Kleinwagen erschaffen werden müssen.

Toyota und Ford wollen zwar weiter Yaris und Fiesta einsetzen, denn sie sind weltweit verkaufte Modelle und damit für sie das passende Sportgerät in einer mit Chile, Japan und Kenia künftig noch weiter globalisierten Rallye-WM. Citroën und Hyundai würden lieber auf die nächstgrößere Kompaktklasse setzen, die sich dank des größeren Platzes auch in der Serie eher zur Elektrifizierung eignet. Die jüngste Überlegung ist, eine Handicap-Regelung zur Nivellierung der Fahrzeuggrößen einzuführen und den Herstellern dann selbst die Wahl der Waffen zu überlassen.

Die Öffnung ins C-Segment geht einher mit der Einführung von Hybridtechnik in World Rally Cars. Ab 2022 soll es soweit sein und noch diskutieren die Beteiligten intensiv die technischen Daten. Die Vorschläge beginnen bei einem elektrisch angetriebenen Turbolader, was vielen jedoch zu wenig ist, wenn es darum geht, in der aktuell aufgeheizten Umweltdebatte ein Zeichen zu setzen.

Einigkeit herrscht noch nicht einmal in den eigenen Reihen. Citroën-Teamchef Pierre Budar würde die Möglichkeit schätzen, auf Verbindungsetappen nahezu lautlos zu fahren, aber sein Vorgesetzter Jean-Marc Finot will die Hybridtechnik auch auf den Wertungsprüfungen unterstützend einsetzen. Die dafür erforderliche Batterie wäre allerdings über 200 Kilo schwer und das erforderliche Hochspannungssystem mit 400 oder 500 Volt sorgt für neue Herausforderungen bei der Sicherheit.

Einig sind sich jedoch alle, das etwas passieren muss. Die gegenwärtige WRC-Generation ist die schnellste und spektakulärste aller Zeiten, aber in der gegenwärtigen Lage eine Sackgasse. „So werden keine neuen Marken einsteigen“, warnt M-Sport-Chef Malcolm Wilson. Jetzt liegt es ausgerechnet an FIA Rallyedirektor Yves Matton das passende Reglement für zukunftsfähige WRC zu stricken. Der Belgier, als erfolgloser Teamchef bei Citroën gefeuert, will in Kürze erste Details bekanntgeben.

Hybrid im WRC – Was wird kommen?

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