„War nicht aggressiv genug“

Für Mikko Hirvonen blieb nach einem hochdramatischen Sekundenduell mit Erzrivalen Sebastién Loeb nur der zweite Platz bei seinem Heimspiel.

3. August 2008

Michael Heimrich

Der elektrisierende Zweikampf zwischen Loeb und seinem 28-jährigen Herausforderer prägte das Geschehen auf den rasant schnellen Schotter-Achterbahnen rund um den Start- und Zielort Jyväskylä. Zu keiner Zeit der über 340,42 Kilometer führenden Veranstaltung lagen die beiden Rallye-Profis mehr als 18,2 Sekunden auseinander.

Zuweilen erreichten sie auf den von zahlreichen Sprungkuppen und nicht einsehbaren Kurven geprägten Waldprüfungen mit ihren rund 300 PS starken Turbo-Allradlern Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 126 km/h. Als Drittplatzierter musste sich der Australier Chris Atkinson um mehr als drei Minuten distanzieren lassen.

„Wir haben uns über das gesamte Wochenende ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel bis in den Zehntelsekunden-Bereich geliefert“, bilanziert Hirvonen, der sechs der 24 Wertungsprüfungen für sich entschied, im Ziel. „Konnte ich eine Prüfung gewinnen, hat Sebastién auf der nächsten gekontert und umgekehrt. Am Ende trennen uns kaum mehr als neun Sekunden – daran lässt sich ermessen, wie knapp und intensiv das Duell war, wie extrem wir ans Limit gegangen sind.“

Obwohl der aus Jyväskylä stammende Finne über die gesamte Distanz fehlerlos blieb, musste er am Ende Loeb doch den Vortritt lassen. „Es ist schade, dass ich vor eigenem Publikum nicht wie geplant gewinnen konnte“, so das Nordlicht. „Die entscheidenden Zeitspäne habe ich in den engen Passagen eingebüßt, in denen ich nicht aggressiv genug zur Sache gegangen bin. Zum Teil erwies sich aber auch unser Aufschrieb als zu konservativ, was das Tempo betrifft. Die Führung in der Fahrer-Wertung haben wir verteidigt, aber ein Punkt Vorsprung auf Sebastién ist nicht viel. Von jetzt an muss unser Ziel lauten, jeden einzelnen der verbleibenden WM-Läufe zu gewinnen.“

 „Dies entspricht nicht dem von uns eingeplanten Ergebnis“, zieht Teamchef Malcolm Wilson nüchtern Bilanz. „Nachdem wir Jari-Matti schon so früh verloren haben, lastete auf den Schultern von Mikko Hirvonen eine noch größere Verantwortung, da er fortan unsere einzige Hoffnung auf Konstrukteurs-Punkte war. Dies hat seine Aufgabe deutlich erschwert. Dennoch lieferte er einen tadellosen Job ab und war deutlich besser als im Vorjahr. Bei dem dreitägigen Duell mit Loeb konnte er viel dazulernen, was ihn nur noch stärker macht. Die beiden haben den Rest der Welt pro Kilometer um 0,5 Sekunden distanziert.“

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