Volkswagen und die offene Rechnung

Ausgerechnet in Deutschland ist das erfolgsverwöhnte Team von Volkswagen Motorsport noch ohne Sieg. Das soll sich jetzt ändern und einen großen Schuss zusätzlicher Motivation zieht man aus der Möglichkeit, bereits beim Heimspiel alle drei WM-Titel nach Wolfsburg zu holen.

15. August 2014

Michael Heimrich

Volkswagen und die offene Rechnung

Schon jetzt könnten die Vorentscheidungen in der Weltmeisterschaft fallen. In der Hersteller-Wertung liegt Volkswagen mit 305 Punkten bereits 175 Zähler vor dem direkten Verfolger Citroën. Werden bei der Rallye Deutschland 172 davon verteidigt, ist Volkswagen wie im Vorjahr Hersteller-Weltmeister. Auch die Fahrer- und Beifahrer-Wertung können die Werksduos schon bei der Rallye Deutschland klarmachen. Verteidigt WM-Spitzenreiter Sébastien Ogier 112 seiner derzeit 121 Punkte Vorsprung auf Mads Östberg (Citroën), kann nur noch einer der drei Volkswagen-Fahrer am Ende Weltmeister werden.
Auch ohne diese Aussichten ist das VW-Team voll motiviert, denn die Schlappe im Vorjahr schmerzte empfindlich. „Mit der Rallye Deutschland haben wir seit dem vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen, denn ausgerechnet beim Heimspiel das Podium zu verpassen, ist keine schöne Erinnerung“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito. „Wir kennen unsere Stärken – wissen aber auch, dass im Sport Erfolg nicht planbar ist. Schon gar nicht im Motorsport.“
Vor allem auf Sebastien Ogier ruhen die Hoffnungen, denn der Weltmeister gilt auf Asphalt als schnellster Fahrer im aktuellen WM-Feld. „Beim Heimspiel steht das ganze Team stärker unter Druck als bei anderen Rallyes, was aber auch von Vorteil sein kann, weil man dann in der Regel noch fokussierter ist“, sagte der Franzose, der im Vorfeld versucht seine Ausnahmestellung etwas abzuschwächen. „Wir haben richtige Asphalt-Spezialisten im Feld – darunter vor allem Thierry Neuville, der vergangenes Jahr um den Sieg mitgefahren ist. Ich rechne damit, dass Hyundai sehr stark sein wird. Auch Kris Meeke habe ich auf der Rechnung. Er war in Finnland verdammt schnell und ist auch auf Asphalt sehr gut unterwegs.“

LINK: Zeit- und Streckenplan Rallye Deutschland 2014

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