SS20: Drama um Sainz und Loeb

Die zweite Etappe der Rallye Argentinien 2003 endete ähnlich ereignisreich wie sie am Morgen gestartet war.

10. Mai 2003

Michael Heimrich

SS20: Drama um Sainz und Loeb

Der lange Zeit führende Carlos Sainz musst am Abend eine Strafminute verkraften, nachdem er eine Minute zu früh in den Servicepark eingefahren war. „Es war ein Missverständnis zwischen Carlos und mir“, kommentierte Co-Pilot Marc Marti die Situation. Durch den Fehler der beiden Spanier, die nun auf dem dritten Rang liegen, konnte Ford-Pilot Markko Märtin erstmals die Führung in der Gesamtwertung übernehmen.

„Wir sind natürlich sehr enttäuscht, aber solche dumme Dinge passieren manchmal“, erklärte ein sichtlich geknickter Carlos Sainz. „Es war kein guter Tag für unser gesamtes Team, aber wir werden morgen alles geben, um wieder nach vorn zu kommen.“

Das Drama für das Citroen-Team gipfelte, als kurze Zeit später Sebastien Loeb nach einem Crash auf der letzten Prüfung der Etappe vorzeitig aufgeben musste. Bis dahin hatte der junge Elsässer bei seinem Argentinien-Debüt auf einem hervorragenden fünften Rang gelegen.

Des einen Pech, ist des anderen Glück: Durch den Ausfall von Loeb erreicht Hyundai-Pilot Armin Schwarz die Punkteränge. Der Oberreichenbacher kam am Abend mit einem Rückstand von 5:09 Minuten ins Ziel. „Wir haben den Druck am Nachmittag etwas erhöht, denn ich wollte den beiden Skodas mehr Zeit abnehmen“, erklärte Armin am Abend. Eine Schrecksekunde gab es für den Hyundai-Piloten auf der 17. Sonderprüfung. „Wir kamen auf eine Kurve zu in der viele Zuschauer standen. Ich sah wie ein Kind einen dicken Stein warf, der unsere Scheibe traf. Wir mussten mit zersplitterter Windschutzscheibe zwei Prüfungen absolvieren.“

Freude bei Peugeot: Weltmeister Marcus Grönholm, der am gestrigen Tag noch weit zurückgefallen war, gelang auf der letzten Prüfung des Tages der Sprung auf das Podium und belegt nun den zweiten Gesamtrang, lediglich 15.2 Sekunden hinter der Spitzenposition. „Ich hatte heute keinerlei Probleme und konnte sicherlich von Carlos Zeitstrafe profitieren“, kommentierte Grönholm. „Es erwartet uns morgen noch ein langer Tag und es wird sicherlich ein spannender Kampf mit Markko um den Sieg geben.“

„Es ist natürlich großartig vorne zu sein“, freute sich Spitzenreiter Markko Märtin, der auf dem besten Weg ist, seinen ersten WRC-Erfolg zu feiern. „Der Fight mit Marcus wird morgen verdammt spannend werden und ich hoffe am Ende vorne zu liegen.“

Die zweite Etappe der Rallye Argentinien endete damit ähnlich ereignisreich wie sie am Morgen gestartet war. Der polnische Sicherheitsbeauftragte der FIA, Jacek Bastos, drohte zeitweise sogar mit einem vorzeitigen Ende der Rallye, denn nach dem Zeiten-Chaos am Freitag, brachte das Zuschauer-Chaos zu Beginn des Tages die Veranstaltung fast zum Erliegen.

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