Oliver Solberg (Toyota) hat die Rallye Sardinien am Samstagvormittag übernommen und damit den Kampf um den WM-Titel noch einmal deutlich verschärft. Der Schwede gewann zwei der drei Prüfungen der ersten Schleife und zog auf der neuen Solorche-Prüfung an Thierry Neuville (Hyundai) vorbei.
Neuville hatte als Übernacht-Führender zunächst die beste Ausgangslage und gewann die erste Prüfung des Tages. Danach drehte Solberg auf. Auf Coiluna-Loelle nahm er dem Belgier 11,1 Sekunden ab, auf Solorche weitere sechs. Damit führt Solberg nun mit 2,7 Sekunden Vorsprung.
„Manchmal war ich sogar etwas vorsichtig“, sagte Solberg nach der Bestzeit auf Solorche. „Die Prüfung ist schwierig, und ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen, sondern meinen Rhythmus finden.“
Neuville hält dagegen. „Ich bin sicher, dass wir mit Oliver mithalten können. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.“
Evans kann Solbergs Tempo nicht beantworten
Für Elfyn Evans (Toyota) läuft der Samstag deutlich schwieriger. Der WM-Spitzenreiter liegt nur auf Rang sechs und bereits 42,2 Sekunden hinter Sami Pajari (Toyota). Vor allem die Startposition bremst Evans. Als fünftes Auto auf der Strecke muss er weiterhin deutlich mehr losen Schotter wegkehren als Solberg, der als Achter startet.
„Bei so viel Straßenreinigung werde ich realistisch niemanden vor mir einholen“, sagte Evans. „Im Moment muss ich einfach sauber durchkommen.“
Im virtuellen WM-Stand würde Evans aktuell auf 238 Punkte kommen, Solberg auf 234 und Pajari auf 223. Am Sonntag sind allerdings noch zehn Zusatzpunkte zu vergeben.
Ogier profitiert von Fourmaux-Reifenschaden
Sebastien Ogier (Toyota) liegt auf Rang drei. Er profitierte davon, dass Adrien Fourmaux (Hyundai) auf der ersten Prüfung des Tages einen Reifenschaden kassierte und vom Podium zurückfiel.
Fourmaux arbeitete sich anschließend wieder an Pajari vorbei und liegt nun auf Rang vier. Auf Ogier fehlen ihm 17,4 Sekunden.
Pajari hat dagegen weiter Boden verloren. Der Finne liegt auf Rang fünf und sieht seine Chancen durch die ungünstige Straßenposition eingeschränkt.
„Ich gebe nicht auf“, sagte Pajari. „Aber im Moment fühlt es sich fast unmöglich an, die Zeiten der Fahrer zu erreichen, die einige Autos später starten.“
McErlean weiter bester M-Sport-Pilot
Josh McErlean (Ford) behauptet Rang sieben, liegt aber bereits deutlich hinter Evans. Auf der neuen Solorche-Prüfung musste er einen halben Dreher provozieren, um einen Baum zu vermeiden, und verlor weitere Zeit.
Takamoto Katsuta (Toyota) und Jon Armstrong (Ford) kämpfen weiter um Rang acht. Armstrong nahm Katsuta auf Solorche 3,6 Sekunden ab, der Abstand beträgt vor dem Mittagsservice noch 8,6 Sekunden.
Martins Sesks (Ford) komplettiert die Top Ten, hat aber im Laufe des Vormittags deutlich auf die übrigen Rally1-Fahrzeuge verloren.
Zwischenstand nach WP 10 von 17
| 1. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:04:00.9 |
| 2. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +2.7 |
| 3. | Sebastien Ogier / Vincent Landais | Toyota GR Yaris Rally1 | +39.9 |
| 4. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +57.3 |
| 5. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:15.5 |
| 6. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:57.7 |
| 7. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +2:49.4 |
| 8. | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +4:52.7 |
| 9. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +5:01.3 |
| 10. | Mārtiņš Sesks / Renārs Francis | Ford Puma Rally1 | +5:38.0 |
