Rallye Deutschland nach WP9: Rückschlag für Neuville

Drama für Thierry Neuville und Hyundai. Auf der kurzen Zuschauerprüfung der Panzerplatte steht plötzlich das linke Hinterrad des i20 WRC krumm.

19. August 2017

Michael Heimrich

Rallye Deutschland nach WP9: Rückschlag für Neuville

Nicht die große Runde auf der Panzerplatte wurde Thierry Neuville zum Verhängnis, sondern der kleine Zuschauerrundkurs. Auf der 2,87 Kilometer langen Strecke schnitt der Belgier eine Linkskurve zu stark und blieb dabei mit dem Hinterrad an der Straßenkante hängen. Kein schwerer Treffer, doch dieser reichte aus, um die Aufhängung zu beschädigen und die Antriebswelle herauszureißen. Neuville rettete sich zwar noch ins Ziel der Prüfung, muss aber den heutigen Tag vorzeitig beenden.
Um wenigstens noch ein paar Punkte in Deutschland zu holen, bleibt ihm nur noch die morgige Power-Stage, auf der es für die schnellsten Fahrer Extra-Zähler gibt. „Ich kann mir nicht erklären, wie das passiert ist. Aber natürlich werde ich die Meisterschaft jetzt nicht aufgeben. Es ist noch nicht vorbei und wir sind Kämpfer. In Deutschland kann jederzeit eine Menge passieren“, sagte Neuville.

Im Gegensatz zum gestrigen Tag präsentiert sich das heutige Wetter von seiner besten Seite. Die erste Bestzeit der zweiten Deutschland-Etappe sicherte sich Spitzenreiter Ott Tänak, der seinen Vorsprung auf 6,3 Sekunden minimal ausbauen konnte. Zweiter ist Andreas Mikkelsen vor Weltmeister Sebastien Ogier, der nach dem Rückschlag seines ärgsten Titelkonkurrenten Neuville wieder die Führung in der Fahrer-Wertung übernehmen könnte.

Die Hinkelsteine lauern

Trotz des schönen Wetters ist der Samstag der von den Fahrern am meisten gefürchtete Tag bei der Rallye Deutschland – die ohnehin als einer der anspruchsvollsten Rallyes im WM-Kalender gilt. Baumholder, einem Truppenübungsplatz im Hunsrück, auf dem normalerweise das Militär vor allem mit Panzern trainiert. Das riesige Gelände ist von einem weit verzweigten Netz von Betonpisten durchzogen, die als Strecke innerhalb der Rallye-WM einzigartig sind. Der Beton ist sehr rutschig, die Kanten sind messerscharf und dafür bekannt, Reifen zu zerstören.
Wer nur ein bisschen von der Piste abkommt, macht außerdem meist Bekanntschaft mit mächtigen Betonblöcken, die zur Streckenbegrenzung im Boden eingelassen sind – die sogenannten Hinkelsteine. Sie sind dazu da, Panzer aufzuhalten. Ein Rallyeauto kann sie also nicht im Geringsten erschüttern. Mit 146,67 Wertungskilometern ist die heutige Etappe die längste der Rallye. Neun Prüfungen stehen insgesamt im Zeitplan, die letzte wird um 18:26 Uhr gestartet.

Zwischenstand nach WP9

1. Tänak / Järveoja Ford Fiesta WRC ’17 1:09:08.5
2. Mikkelsen / Jäger Citroen C3 WRC +0:06.3
3. Ogier / Ingrassia Ford Fiesta WRC ’17 +0:31.0
4. Neuville / Gilsoul Hyundai i20 Coupe WRC +0:38.9
5. Evans / Barritt Ford Fiesta WRC ’17 +0:53.2
6. Hänninen / Lindström Toyota Yaris WRC +1:16.2
7. Breen / Martin Citroën C3 WRC +1:26.2
8. Latvala / Anttila Toyota Yaris WRC +1:56.3
9. Paddon / Marshall Hyundai i20 Coupe WRC +2:31.3
10. Kopecky / Dresler Skoda Fabia R5 +3:40.5

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