Nur fünf Läufe in Europa?

Die FIA will die Rallye-WM umkrempeln. Mehr Läufe außerhalb Europas soll es geben, gleichzeitig will man die Anzahl reduzieren, um die Kosten im Griff zu halten. Bei den Teams regt sich Widerstand.

6. März 2012

Michael Heimrich

Nur fünf Läufe in Europa?

Im nächsten Jahr bleibt größenteils alles wie gehabt. Zwar will die FIA unbedingt WM-Läufe in Brasilien und Südafrika, später dann in Russland, China und Indien sehen, doch zunächst müssen die dortigen Veranstalter beweisen, dass sie in der Lage sind, eine solche Veranstaltung durchzuführen.

Spätestens 2015 müssen sich die Rallyefans jedoch auf neue Gegebenheiten einstellen. Dann will die FIA die Meisterschaft globaler aufstellen und gleichzeitig die Läufe zu reduzieren. "Anders kann man die Kosten und die Belastung aller Beteiligten durch den Reiseaufwand nicht kompensieren", erklärte FIA Rallye-Kommissionschef Jarmo Mahonen im Interview mit "rallye-Das Magazin". "Zehn Läufe, fünf in Übersee und fünf in Europa wären womöglich eine gute Zahl und Europa bleibt immer noch das Herzstück der Weltmeisterschaft."

Die Teams stehen dem Umbau der Rallye-WM skeptisch gegenüber. Vor der nächsten Sitzung der Rallye-Kommission, in der über den neuen Kalender für 2013 diskutiert werden soll, machen sie ihre Wünsche deutlich. In der kommenden Saison möchte man zehn Läufe in Europa, einen in Mittelamerika (Mexiko) und zwei in Südamerika (Argentinien, Brasilien). "Der Gegenwert im amerikanischen Markt ist enorm und wir brauchen einen Kalender, der das wiederspiegelt", meinte ein Sprecher gegenüber Autosport.

Nicht nur nach der Unterstützung durch die Hersteller steigen die Chancen Brasiliens, im kommenden Jahr Teil der Rallye-WM zu sein. WM-Managerin Michele Mouton flog direkt nach dem Saisonfinale 2011 nach Südamerika um sich vor Ort über die Pläne unterrichten zu lassen. Der von der FIA geforderte Probelauf soll im September stattfinden, der Start erfolgt in Sao Paulo, das Ziel liegt in Rio de Janeiro und die Power-Stage findet direkt am berühmten Strand von Copacabana. Ein Millionenpublikum wäre der Rallye-WM sicher.

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