Nissen: „2013 wäre realistisch“

Im Rahmen der Rallye Deutschland präsentiert VW den neuen Race Touareg und setzt einen Scirocco als Vorausauto ein. Erste Zeichen für den WM-Einstieg?

17. August 2010

Michael Heimrich

Nissen: „2013 wäre realistisch“

Noch ist nichts entschieden und doch ist man in aller Munde. Bei Volkswagen wird heftig mit einem Einstieg in die Rallye-Weltmeisterschaft geflirtet. Jetzt heizt Sportchef Kris Nissen die Spekulationen mit einem Interview in Motorsport-Aktuell kräftig an.

Gerade der Einstieg von Mini wird in Wolfsburg als positives Signal für die Rallye-WM gewertet und könnte eine Sogwirkung auch auf andere Marken haben. „Eine Entscheidung, ob Volkswagen künftig Rallye macht oder nicht, ist durch das Mini-Engagement sicher nicht schlechter geworden, im Gegenteil“, so Nissen.

Würde der VW-Vorstand noch im Sommer 2010 grünes Licht geben, könnte man ab der Saison 2013 mit einem World Rally Car antreten, ist sich Nissen sicher. „Wie beim Bau eines Hauses lässt sich am Zeitplan nur wenig ändern. Es beginnt mit der Konstruktions- und Entwicklungsphase für den Antriebstrang, Chassis, Motor und so weiter. Wie lange man für die Erprobung und Tests braucht hängt auch davon ab, wie gut der erste Schuss ist. Dies alles benötigt mindestens 18 Monate.“

Der VW-Einstieg würde auch unmittelbare Auswirkungen auf das Skoda-Rallyeprogramm haben. Nissen versucht die Fans der tschechischen Marke zu beruhigen: „Wenn eine Entscheidung gefällt wird, dass VW in Zukunft mehr Rallye macht, wird man mit Sicherheit eine Lösung finden, die für beide Marken gut und richtig ist. Im Rallyesport kann man wie auch auf der Rundstrecke ganz gut nebeneinander agieren – nur eben nicht gegeneinander.“

Nissen begrüßt die Veränderungen in der Rallye-WM. Ein neues und langfristig ausgelegtes Reglement und mehr Freiheiten für die Veranstalter werden ihre Attraktivität deutlich steigern, meinte der Däne, der seine Marke gerne auf dieser Bühne präsentieren möchte: „Der Rallyesport passt zu VW. Dazu habe ich heute keine andere Meinung als vor sechs Monaten. Von der Dakar, insbesondere in Südamerika, haben wir einen hohen Nutzwert. Logisch, dass eine ganzjährige weltweite Plattform wie die Rallye-WM auf zahlreichen Kernmärkten für eine Marke wie VW sehr interessant ist.“

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