Hyundai beendet den Freitag auf Sardinien mit einer Doppelführung. Adrien Fourmaux lag nach der Vormittagsschleife vorn und baute seinen Vorsprung auf der ersten Nachmittagsprüfung zunächst auf 8,2 Sekunden aus. Danach schlug Teamkollege Thierry Neuville zurück und schnappte sich auf der letzten Prüfung des Tages mit 0,4 Sekunden Vorsprung die Führung.
Fourmaux hatte dort mit tief hängendem Staub zu kämpfen und verlor an mehreren Stellen Zeit. „Ich dachte zunächst, Seb hätte einen Reifenschaden, weil der Abstand kleiner wurde. Dann kam immer mehr Staub, und ich habe an einigen Stellen gezögert“, erklärte der Franzose.
Neuville setzte dagegen erneut die Bestzeit. „Unsere Reifenwahl und unser Reifenmanagement haben sich ausgezahlt“, sagte der Belgier. Ganz zufrieden mit sich selbst war er trotzdem nicht: „Ich weiß, dass ich schnell fahren kann, aber im Moment mache ich mir noch zu viele Gedanken und bin zu angespannt.“
Solberg macht weiter Druck
Oliver Solberg (Toyota) war am Nachmittag der schnellste der drei Titelkandidaten. Auf WP6 nahm er Sami Pajari (Toyota) 9,5 Sekunden ab, auf WP7 weitere 16,1 Sekunden. Damit liegt Solberg nun auf Rang drei, nur 12,3 Sekunden hinter Neuville.
„Es war ziemlich gut und genau so, wie ich es wollte“, sagte der Schwede. „Die Hyundais sind stark und es ist noch ein langer Weg, aber ich werde versuchen, sie herauszufordern.“
Noch wichtiger für den Samstag: Als Dritter der Gesamtwertung bekommt Solberg eine günstigere Straßenposition als seine beiden WM-Rivalen.
Pajari blieb zwar auf allen Prüfungen schneller als WM-Spitzenreiter Elfyn Evans (Toyota), konnte Solbergs Tempo aber nicht mitgehen. „Wir haben getan, was wir konnten, und waren auf jeder Prüfung schneller als Elfyn“, sagte der Finne. „Olivers Zeiten sind allerdings verrückt.“
Sebastien Ogier (Toyota) schob sich nach seinem Reifenschaden am Morgen auf der letzten Prüfung noch an Pajari vorbei und beendete den Tag auf Rang vier. Das kostet Pajari zusätzlich eine Position in der Startreihenfolge für Samstag.
„Ja, ich hatte definitiv etwas Mühe, die Motivation hochzuhalten“, meinte Ogier. Aber jeder weiß: Drei Dinge im Leben sind sicher: der Tod, die Steuern und dass Ogier am Samstag zurückschlägt.
Evans auf Titelkurs
Evans hatte als erster Fahrer auf der Strecke weiterhin mit losem Schotter und fehlendem Vertrauen ins Auto zu kämpfen. „Ich kämpfe ziemlich. Ich finde überhaupt kein gutes Gefühl, besonders an der Hinterachse.“
Trotzdem brachte der Waliser den Tag auf Rang sechs zu Ende. Nach dem aktuellen Zwischenstand würde er seine WM-Führung sogar ausbauen: Evans käme auf 238 Punkte, Solberg auf 224 und Pajari auf 223.
Die Hyundai-Doppelführung spielt ihm dabei in die Karten. Neuville und Fourmaux belegen derzeit die beiden Plätze mit der höchsten Punkteausbeute und verhindern damit, dass Solberg und Pajari ihren Rückstand stärker verkürzen.
Am Samstag verbessert sich Evans‘ Straßenposition. „Morgen wird der Test sein, wie wir mit der besseren Startposition reagieren können“, sagte er.
Sordo scheidet aus
Für Dani Sordo (Hyundai) endete ein ohnehin schwieriger Tag auf der letzten Prüfung. Der Spanier kam in einer schnellen Passage von der Linie ab, traf einen festen Gegenstand am Straßenrand und musste aufgeben. Sordo und Beifahrerin Patricia Saiz blieben unverletzt.
Schon am Vormittag war Fabio Schwarz (Toyota) ausgeschieden. Der 21-Jährige und Beifahrer Axel Coronado schlugen nach einem Sprung auf Tula–Erula hart auf. Schwarz klagte anschließend über Rückenschmerzen, Coronado über Schmerzen am linken Fuß und am Rücken. Beide wurden zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Greensmith übernimmt WRC2-Führung
In der WRC2 verlor Teemu Suninen auf der letzten Prüfung seine Führung. Der Finne musste bei Kilometer 4,8 anhalten und ein Rad wechseln. Der Wechsel kostete mehr als zwei Minuten, anschließend geriet Suninen zusätzlich in den Staub von Gus Greensmith.
Greensmith übernahm dadurch die Spitze der WRC2. Sein engster Verfolger ist Roope Korhonen mit lediglich 2,2 Sekunden Rückstand. Auch Emil Lindholm und Pablo Sarrazin verloren auf der letzten Prüfung viel Zeit.
Zwischenstand nach WP 7 von 17
| 1. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | 1:25:04.9 |
| 2. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +0.4 |
| 3. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +12.3 |
| 4. | Sebastien Ogier / Vincent Landais | Toyota GR Yaris Rally1 | +37.4 |
| 5. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +40.2 |
| 6. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:08.9 |
| 7. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +1:21.1 |
| 8. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +3:26.5 |
| 9. | Takamoto Katsuta / Aaron Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +3:27.2 |
| 10. | Mārtiņš Sesks / Renārs Francis | Ford Puma Rally1 | +3:39.9 |

