Meeke spricht über die Enttäuschung durch Citroën

Mitten in der Saison wurde Kris Meeke von Citroën auf die Straße gesetzt. Mittlerweile hat der Nordire eine Neuanstellung bei Toyota gefunden. Aber die Art und Weise seiner Entlassung wurmt ihn noch immer.

8. November 2018

Michael Heimrich

Meeke spricht über die Enttäuschung durch Citroën

Es war lange Zeit ruhig um Kris Meeke. Im Mai war er nach einer Reihe von Unfällen von Citroën rausgeworfen geworden und hatte sich danach bewusst zurückgezogen. „Ich habe ein paar Monate für mich selbst gebraucht", sagte Meeke. 
Untätig war er dennoch nicht. Im Oktober wurde offiziell bekanntgegeben, dass er künftig für Toyota in der Weltmeisterschaft antreten wird. „Es gab auch noch einige andere Optionen“, verriet Meeke, dem die Entscheidung für das Team von Tommi Mäkinen jedoch einfach fiel. „Toyota verfolgt einen langfristigen Plan und die Erfolge in ihrer erst zweiten Saison sprechen für sich.“
Obwohl Meeke beim ersten Test des Yaris WRC auf der Seite landete, ist Tommi Mäkinen davon überzeugt, dass der 39-jährige in seiner neuen Umgebung zur Bestform zurückfindet. „Der Unfall war völlig harmlos und das Auto blieb unbeschädigt“, so Mäkinen, der bei Meeke die gleichen Dinge anwenden will, die bereits Jari-Matti Latvala zurück in die Spur brachten. „Er soll wieder den Spaß am Fahren finden. Wir werden keinen Druck ausüben und dann kommen die Ergebnisse wie von selbst.“

Scharfe Kritik in Richtung Citroën

So viele Streicheleinheiten sind Balsam für die Seele von Meeke, der noch immer am Citroën-Rauswurf zu knabbern hat. „Was mir am meisten weh tat, war die Wortwahl, mit der sie ihre Entscheidung verkündet hatten. Die Meldung war gelinde gesagt Scheiße“, sagte Meeke, dessen Verhältnis zu den Ingenieuren nachhaltig belastet war.  Bereits nach seinem schweren Unfall während der Rallye Sardinien 2017 hatte er auf Änderungen am Auto gedrängt. „Man schaute mir in die Augen und ich bekam ein ‚Nein‘ als Antwort.“ 
„Später entdeckte ein Ingenieur, dass in der Fahrwerksgeometrie etwas nicht stimmte. Sie brauchten ein Jahr, um eine Lösung einzubauen. Die neue Version debütierte in diesem Jahr in Finnland“, so Meeke. Die Lorbeeren erntete ausgerechnet sein Nachfolger Mads Östberg, der in Finnland Zweiter wurde.
Für 2019 hat Citroën deutlich aufgerüstet und nicht nur Weltmeister Sebastien Ogier verpflichtet, sondern auch Esapekka Lappi, in dessen Toyota Yaris WRC künftig Meeke sitzen wird. Dieser will das französische Kapitel seiner Laufbahn nun schließen: „Grundsätzlich stimmte etwas mit dem Design des Autos nicht. Aber diese Wahrheit wurde mir nie gesagt.“

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