Kris Meeke gibt zu: Hatte den Spaß verloren

Kris Meeke wurde zunächst von Citroën aussortiert und bekommt nun bei Toyota die Chance, seinen lädierten Ruf wiederherzustellen. Der Brite will dabei auf keinen Fall einen entscheidenden Fehler machen.

9. Januar 2019

Michael Heimrich

Kris Meeke gibt zu: Hatte den Spaß verloren

An den 24. Mai erinnert sich Kris Meeke nur ungern zurück. Nach der Rallye Portugal, die der 39-jährige nach einem heftigen Abflug vorzeitig beenden musste, setzte ihn Citroën vor die Tür. „Die Situation sei außer Kontrolle“, erklärte Teamchef Pierre Budar.
Laut Budar waren PSA-Chef Carlos Tavares und Citroën-Chefin Linda Jackson in die mehrtägigen Diskussionen über den Rauswurf eingebunden, Meeke selbst wurde kurz vor der offiziellen Bekanntgabe per Telefon informiert. Für ihn kam der Anruf ebenfalls völlig unerwartet. Nur wenige Minuten zuvor hatte er sich in den sozialen Medien an seine Fans gewandt und die Geschehnisse beim letzten WM-Lauf erklärt. Seinen Beitrag beendete er damals mit den Worten: „Portugal ist vorbei, jetzt freuen wir uns auf Sardinien.“
Doch nach Sardinien reiste Meeke nicht einmal mehr als Zuschauer. Er gönnte sich eine Auszeit vom WM-Zirkus und hatte genug Freiraum darüber nachzudenken, was alles schief gelaufen war.
„Während meiner kurzen Pause habe ich gemerkt, dass ich in den letzten zwei Jahren nicht mehr den Spaß hatte, den ich haben sollte. Ich meine, das ist einer der besten Berufe der Welt. Es ist das größte Vergnügen, mit diesen World Rally Cars fahren zu können“, sagte Meeke. 

Neue Chance bei Toyota

Im Sommer begann sich die Fahrerkarussell langsam zu drehen und nachdem Citroën die Fühler in Richtung Esapekka Lappi ausgestreckt hatte, bot sich für Meeke eine neue Chance.
„Ich wollte unbedingt zu Toyota“, meinte er und hofft darauf, dass ihm Teamchef Tommi Mäkinen die nötige Unterstützung gibt. „Wir wissen, dass Kris sehr schnell sein kann, außerdem hat er jede Menge Erfahrung“, meinte Mäkinen.  „Er soll wieder den Spaß am Fahren finden. Wir werden keinen Druck ausüben und dann kommen die Ergebnisse wie von selbst.“
Auch Meeke ist vor dem Saisonstart 2019 gelöster denn je: „Ich hatte ein paar Testtage in Finnland und konnte das Auto auch schon auf Asphalt testen. Ich habe ein gutes Gefühl und jetzt will ich die Sache nicht nur genießen, sondern auch weiterlernen und am Ball bleiben. Mal sehen, was wir erreichen werden.“

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