Jost Capito: „Chance vertan“

Auch und vor allem VW-Sportchef Jost Capito kämpfte in den vergangenen Monaten um Reformen in der Weltmeisterschaft. Ein Schwerpunkt war dabei die Umgestaltung der letzten Prüfung. Nach der Ablehnung durch die FIA herrscht allgemeine Ernüchterung.

17. Oktober 2014

Michael Heimrich

Am Ende trat FIA-Präsident Jean Todt höchstpersönlich auf die Bremse. Keine Änderung der finalen „Power-Stage“ hieß nach der gestrigen Sitzung der Rallye-WM-Kommission.
„Aus meiner Sicht wurde eine große Chance vertan“, sagt VW-Sportchef Jost Capito, der sich ebenso wie die anderen Herstellervertreter, Reifenlieferant Michelin und WM-Promoter für eine Veränderung der bisherigen Abläufe eingesetzt hatte. Durch eine Reduzierung der Zeitabstände wollte man für zusätzliche Spannung vor der letzten Prüfung sorgen und somit die weltweite TV-Übertragungen interessanter gestalten. Aus ihrer Sicht war dies die beste Möglichkeit, damit die Rallye-WM im hart umkämpften TV-Markt mehr Chancen hat und ein größeres Publikum erreicht.
„Wir haben die allgemeine Aufbruchsstimmung, die in der Rallye-Weltmeisterschaft herrscht, nicht genutzt“, bedauert Capito. „Wir alle waren bereit etwas dafür zu tun. Mit der geänderten Startreihenfolge ist in unseren Augen zu wenig passiert. Das sieht man schon daran, dass diese in den vergangenen Jahren zwar mehrmals geändert wurde, sich insgesamt aber nicht wirklich etwas getan hat. Für das Volkswagen-Programm wird sich durch die Entscheidung der WM-Kommission aktuell nichts ändern. Aber wie ich bereits vor einiger Zeit betonte, werden wir die Entwicklung der Weltmeisterschaft nach jeder Saison neu bewerten und unsere Schlüsse ziehen.“
Viel schwerer als für die Hersteller dürfte die FIA-Entscheidung die WRC Promoter GmbH treffen. Diese hatte sich durch die Formatänderungen ein TV-kompatibleres Produkt erhofft, das man an Fernsehstationen verkaufen kann. Nachdem man – anders als zum Beispiel in der Formel 1 – bisher nur bedingt Einfluss auf den Kalender nehmen kann, muss man nun ebenfalls erkennen, dass auch in anderen Bereichen die FIA weiterhin klar die Richtung vorgibt. Die eigenen Vorstellungen können nur zu einem kleinen Teil umgesetzt werden. Dies wird vor allem Hauptanteilseigner Red Bull nicht gefallen. Schwarze Zahlen dürften für einen Promoter unter diesen Umständen kaum realistisch sein.

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