Bislang wirkt die Ausgangslage für 2027 überschaubar. Toyota entwickelt als einziger aktueller Hersteller ein komplett neues Auto nach dem WRC27-Reglement, Project Rally One und das spanische WRT Rally1 Spain kommen als private Konstrukteure hinzu. M-Sport arbeitet parallel an einer Rally2-Kit-Lösung für die neue Topklasse.
Lionel Hansen, technischer Kopf hinter Project Rally One, hält dieses Bild allerdings für unvollständig. Im Gespräch mit L’Équipe sagte er: „Ich weiß, was sich hinter den Kulissen abspielt.“ Dann wurde er ungewöhnlich konkret. „Ford wird ankündigen, dass sie 2028 zurückkommen. Stellantis hat begonnen, ein Auto zu zeichnen, Skoda hat sich das ebenfalls angesehen. Prodrive ist interessiert und Oreca schaut sich das an.“
Offiziell bestätigt ist davon bislang wenig. Ford, Stellantis und Skoda haben kein WRC27-Programm angekündigt. Entsprechend sind Hansens Aussagen zunächst als Einschätzung eines Insiders zu verstehen, der durch sein eigenes Projekt eng mit FIA, Zulieferern und möglichen Partnern verbunden ist.
Hansen erwartet deutlich größeres Feld
Trotzdem formuliert der Belgier seine Erwartung bemerkenswert klar: „In zwei Jahren werden fünf oder sechs Hersteller dabei sein, dazu ein oder zwei unabhängige Konstrukteure.“
Gerade Stellantis wäre dabei besonders interessant. Lancia ist in diesem Jahr bereits in die WRC2 zurückgekehrt, ein Schritt in Richtung WRC27 wurde bislang aber nicht offiziell angekündigt. Bei Ford ist die Lage ähnlich. M-Sport setzt derzeit den Puma Rally1 ein, ist aber kein klassisches Ford-Werksteam. Für 2027 arbeitet die britische Mannschaft an einem Rally2 WRC Kit, mit dem sie weiter in der höchsten Klasse antreten kann. Ein echtes neues WRC27-Auto ist bislang nicht bestätigt.
Skoda wiederum hat erklärt, für 2027 kein entsprechendes Upgrade-Paket für den Fabia RS Rally2 vorzubereiten. Dass sich die Tschechen mit dem neuen Reglement beschäftigt haben, wäre angesichts ihrer starken Position im Rally2-Markt dennoch kaum überraschend.

